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Sie finden, dass ich ein hinterfotziges Grinsen im Gesicht habe. Sehr gut möglich, dass Sie damit nicht Unrecht haben Frau Nachbarin. Wie heißt es so schön bei uns Schwaben - A alde Liab roaschded net, aber schemmlig ko se werda*. Und ich denk, mein Dom hat den Satz glatt vergessen.
Schauet Sie Frau Nachbarin, ich weiß ich bin wirklich kein vorbildliche Sub, aber ich bemüh mich redlich meinem Dom alles recht zu machen. Aber dass ich Sub bin, heißt ja noch lang nicht, dass ich bloß, weil mein Dom mir was befiehlt, ich mein Kopf ausschalte. Und wenn er mir was anschafft, was seine eigenen Interessen zu widerläuft, dann hab ich ihn halt immer freundlich drauf hingewiesen, dass ich ihm seinen Wunsch zwar schon erfülle dät, aber dass ich ihm raten würde des noch mal zu überdenken, da es nach meinere Ansicht für ihn selbstschädigend wäre.
Ich hab des gewiß nicht bös gmeint, weil dr beschd Bauer ackred ja amol a krumme Furch*. Allerdings mein Dom fand des früher zwar sehr schön eine mitdenkende Sub zu haben, aber in letzter Zeit hat er immer öfter gemeint „Dr Ehestand isch a Prozessio, wo mr´s Kreuz voraustrait“*. Und vorgestern da hat er gsagt, wenn der Herrgott seine Gebete erhören würde, dann hätte er eine brave und folgsame Sub und keine solche Krawallsub wie ich eine bin.
Billig verkaufe ond schleachd heira kosch all Däg* und weil mein Dom so sehr nach einer braven Sub verlangt hat, hab ich ihm halt den Wunsch erfüllt. Gestern hat er beim Frühstück gesagt, dass es nichts schöneres geben würde als ein englisches Frühstück und wenn er sich was wünschen würde, dann wäre es einmal so umsorgt zu werden wie ein englischer Lord von seinem Butler oder besser noch von einer reizenden Zofe. Ein Leben als frühstückender Lord, des könnte er tagelang genießen, hat er dann noch gemeint.
Ich glaube Sie müssen mich gar nicht erst fragen, was ich dann gemacht hab, gelle? Ich hab kein einziges Wort von wegen selbstschädigendem Verhalten und so gesagt. Ich war die brävste Sub aller Zeiten. Sein Wunsch war mir Befehl und ich hab nix mit ihm rumdiskutiert. Ich war so brav, ich war mir gleich selber fremd. Ich bin den ganzen Tag durch des Städtle gelaufen und hab alles notwendige besorgt. Des war fei gar nicht so einfach hier englische Zeitungen zu bekommen.
Mei, Sie hätten des Gesicht von meinem Dom sehen sollen, als er abends geschafft von der Ärbeit heimkommen isch und er sich schon auf sein gewohntes Vesper mit einem guten Tettnanger Kronenbier und einem Kräuterkäse eingestellt hat und ihn statt meiner einiger eine Zofe empfing. Ich denke es hat ihn sehr gefreut, dass ich in diese Rolle geschlüpft bin. Wisset Sie mein Dom mag ja weder Tee noch Müsli, aber ich glaub trotzdem fand er es schön so ein englisches Frühstück zum Abendessen zu bekommen.
Ich meine, er hat nachdem Abendessen zu mir gesagt, dass er des Spiel jetzt beenden will. Aber er kann ja kein Englisch und woher sollte ich als englischsprechende Zofe sein schwäbisch verstande. Daher habe ich ihm heute morgen wieder ein englisches Frühstück ins Bett serviert, so mit mehrere Sorten Tee, frischpresstem Orangensaft, Porridge und Ham and Eggs und frisch gebügelten englischen Zeitungen, perfekter hätt des auch kein englischer Butler machen können.
Aber Frau Nachbarin, man soll es nicht glauben, nicht nur Frauen auch Männer sind lernfähig. Vorhin hab ich meinen Dom belauscht wie er geseufzt hat „Wenn d´Ochs koin Schwanz meh hodd, no woiß er erschd, fir was´r guad war. Und ich Hornochs hät am liebschten meine Krawallsub wieder!“
(c) Muschdersub
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*Dictionärle:
- alde Liab roaschded net, aber schemmlig ko se werda – wörtlich: alte Liebe rostet nicht, aber schimmlig kann sie werden
- dr beschd Bauer ackred amol a kromme Furch – wörtlich: der beste Bauer pflügt gelegentlich eine krumme Ackerfurche; sinngemäß: jedem geht mal etwas daneben
- dr Ehestand isch a Prozessio, wo mr´s Kreuz voraustrait – wörtlich: der Ehestand ist eine Prozession, bei der man das Kreuz vorweg trägt
Billig verkaufe ond schleachd heira, kosch all Däg – wörtlich: billig verkaufen und schlecht heiraten kann man jeden Tag; sinngemäß: schlechte Geschäfte machen ist keine Kunst
- Wenn d´Ochs koin Schwanz meh hodd, no woiß er erschd, fir was´r guad war – wörtlich: wenn der Ochs keinen Schwanz mehr hat, dann weiß er erst für was er gut war; sinngemäß: einen großen Verlust bemerkt man oft zu spät
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