LustSchmerz Konkret: Flag


Schlagfibel Teil 1: Die Klassiker

Eines vorab: Das Empfinden von Schlagschmerz ist eine sehr individuelle Sache. Der eine bevorzugt dumpfe, großflächige Empfindungen, ein anderer zieht scharfe, beissende Varianten vor. Da hilft nur vorsichtiges Ausprobieren.

Die meisten Schlaginstrumente eignen sich ausschließlich für Po und Oberschenkel, die Standardregel lautet: man schlägt nur auf gut gepolsterte Körperteile, - niemalsauf Knochen, Gelenke oder Organe. Tip für Anfänger: die Nieren liegen näher am Gesäß, als man glauben möchte...!

Die notwendige Kunst des Schlagens liegt darin, gezielt zu treffen, also gerne mal an etwas Leblosem probieren, bis es klappt. Ebenso gibt es kein Gütemaß an Schlageinheiten, die es wegzustecken gilt. Für Kick und Wohlgefühl sind Endorphine zuständig, die der Körper ca. nach 15 Minuten ausschüttet, deshalb macht eine wohldosierte "Aufwärmphase" Sinn, mit der sich ganz nebenbei langanhaltende Spuren vermeiden lassen.


Paddel/ Paddle:  Ein gutes Instrument zum Aufwärmen des gerne "hingehaltenen" Po´s sind Paddel, die durch ihre Breite das gesamte Sitzfleisch gut durchbluten und somit auch für spätere "scharfe" Schlaggeräte vorbereiten. Es gibt sie in Leder oder auch Kunststoffsausführungen, gelocht, vernietet oder auch spartanisch blank, für Hartgesottene auch mit Spikes oder kleinen Dornen versehen - was dann mit "Aufwärmen" aber nur noch wenig zu tun hat. Manche Menschen mögen den dumpfen Schlag und reagieren nur mit einem geröteten Hinterteil, andere wiederum behalten auch vom Paddel tiefdunkle blaue Flecken. Reine Typsache, weshalb sich ein langsamer Beginn und eine genaue Beobachtung empfehlen.

Kochlöffel

In jeder Küchenschublade parat ist der altgewährte Kochlöffel. Auch dieser ist prima für SM Spiele anzuwenden und weckt in manchen Köpfen durchaus alte Erinnerungen. Wirklich kaputt machen, lässt sich auf gut gepolsterten Stellen damit nichts, eher geht schon einmal das gute hölzerne Stück in die Brüche und sorgt somit für erheiternde Situationen. Und es hat natürlich einen eigenen Reiz, während der Essenszubereitung erstmal in der ganzen Wohnung die Materialen wieder zusammenzusuchen. Sätze wie "Schatz, wo hatten wir denn zuletzt den Kochlöffel?" sind bei uns inzwischen nette Alltagsjokes.

Wie fühlt er sich an? In meinen Augen auf jeden Fall enorm demütigend. Was gibt es schrecklicheres, als mit banalem Kücheninventar übers Spülbecken gebeugt abgestraft zu werden? Eben! Bleibt vielleicht noch zu erwähnen, daß es ein wenig darauf ankommt, wie man "Mutters gutes Stück" einsetzt. Der deutsche Normkochlöffel hat eine gewölbte Form, dessen Aussenwölbung bei einem Schlag weniger scharf "zieht", als wenn man mit der Innenwöbung auftrifft. Liegt am mehr oder minder starken Luftwiderstand und kann man im Vergleich prima ausprobieren.


Tawse

Ein zweigeteilter starker Lederriemen, 50 cm lang, sehr stark und flexibel. Da mir persönlich die breiten, großflächigen "Aufwärmer" eher unangenehm sind, kommt mir die Tawse zwischen Hand-Spanking & den fiesen Rohrstöcken sehr gelegen. Zu Beginn sollte aber recht locker und leicht aus dem Handgelenk geschlagen werden, das Teil kann ziemlich "beissen". Der Schmerz des breiteren Endes wirkt etwas dumpfer, die gespaltene Zunge schneidet dann schon gewaltig, - gerade an den empfindlicheren Hüften. Für den härteren Gebrauch sollte der Po schon ziemlich warm und entspannt sein, außerdem sind dann deutliche Spuren -zumindest für einige Stunden- kaum zu vermeiden.

Erstanden habe ich meine Tawse im "Zweiten Streich" in HH, als mir Werner mit leuchtenden Augen erklärte, dass Matthias Grimme diese selbst fertigt. Ist wohl klar, welchen Namen wir dem guten Stück gegeben haben? Sätze wie "wo hast du denn den Grimme wieder hingelegt?" haben sich zum Selbstläufer entwickelt...


Riemenpeitsche / Flogger

Griff aus Leder, Kunststoff oder Metallriemen in unterschiedlicher Stärke und Länge. Wenn Lieblingssado Lust auf richtiges Ausholen hat, empfielt sich -gerade in der Aufwärmphase- eine mehrschwänzige Peitsche mit möglichst weichen, breiten Lederriemen. Damit lässt sich ebenso streicheln wie heftig zuschlagen, ohne daß mit heftigen Reaktionen gerechnet werden muß. Achtung: diese Flogger gibt es in vielen unterschiedlichen Stärken und Materalien, - je dünner und schneidender die Riemen, desto Aua! Ich spreche in diesem Fall wirklich von der Soft-Variante die oftmals auch als "Intimpeitsche" angeboten wird. Sie ist kuschlig genug um damit mäßig auf Genitalien und Brust, als auch heftig auf Rücken und Gesäß zu schlagen.

Macht warm, entspannt und sorgt dafür, daß der Schnurr-Effekt nicht zu kurz kommt.

Es lohnt sich übrigens ein paar Mark mehr auszugeben und auf ein Drehgelenk hinter dem Griff zu bestehen, - verhindert lästiges Verheddern und schafft ein vielfältiges Schlaggefühl.

Eines der besten Instrumente übrigens, um Schlagspuren zu vermeiden,- optimal fürs Aufwärmen. Ich lasse über meine Flauschpeitsche nichts kommen.

 



Reitgerten/Springerten sind prima Instrumente, da man mit Ihnen unterschiedlich stark agieren kann. Durchgängig aus Fieberglas und -je nach Preis- mit Nylon oder Leder bezogen, bieten sie gute Flexibilität, und bleiben dennoch steif genug um Zielsicherheit zu garantieren. Aufwärmtauglich und recht harmlos lässt sich mit dem Lederlappen an der Spitze schlagen, wenn mit lustigem "flapflapflap" eine Session eingeläutet wird. Auf diesem Weg lassen sich alle Körperteile ins Spiel mit einbeziehen, ohne das ernsthafte Verletzungen passieren können. Auch Brüste, Rücken und Fußsohlen nehmen diese Behandlung nicht übel.

Die Damen und Herren Tops können sich hier übrigens gerne in elegantem "aus dem Handgelenk flappen " üben und es dabei bis zur imposanten Optik alter Mantel-und Degenhelden bringen... Subbie wird diese Kunst auf jeden Fall erfreuen. Mit der gesamten Gertenlänge wird allerdings nur auf Po und Oberschenkel geschlagen, denn hier wird es striementrächtig. Also lieber gut gezielt mit unterschiedlich starker Intensität mit dem Lappen agieren, auch diese hübschen Abdrücke machen allen Beteiligten große Freude.

Reitgerten kauft man übrigens am besten im Reiterhandel. Dort stimmen Auswahl und Preis und es existiert definitiv kein Unterschied zwischen "Menschengerten und Pferdegerten", das Produkt ist stets das selbe. Oder man freut sich wie ich über einen lieben Freund der sich regelmäßig in Brasilien aufhält und für wenig Peseten prima Gaucho-Ware besorgen kann. Dann springt auch mal die edle Langgerte mit Silberknauf heraus, die ein Genuß für Auge und Hintern ist.

 



Dressurgerten: Sie sind meist länger, feiner und haben statt des Lederlappens ein dünnes Lederbändchen. Ja, sie wirken elegant und ebenso sollten sie bitte auch genutzt werden... Dressurgerten taugen nicht zum festen Schlagen, dazu sind sie zu flexibel, zu wenig zu koordinieren und das Lederbändchen liebt es - für Top fast unbemerkt, für Sub schmerzhaft spürbar- um Gesäß oder Hüfte "umzuschlagen" und einen gewaltigen Zisch mit anschließenden Blutergüssen zu entwickeln.

Freunde gezielter, sanft dosierter Einheiten und die oben genannten "Mantel- und Degenhelden" mit elegantem Schwung im Handgelenk kommen mit der Dressurgerte gut zurecht, härtere GesellInnen mögen diese feine Kunst bitte mit Vorsicht testen um den Schwung in der Spitze richtig einzuschätzen zu können.

Empfehlenswert sind sanfte bis bissige Varianten des "Körperstreichelns", ebenso sorgt geiles "Luft-Zischeln" neben dem Ohr eines augenverbundenen Subs für uneingeschränkte Aufmerksamkeit und Lust auf mehr.



Endlich, hier kommt er, mein geliebter Rohrstock :) Es gibt ihn in verschiedenen Stärken und Längen, wobei gilt: je dünner und länger desto schwieriger zu handhaben und desto schmerzhafter. (Geschälte) Rohrstöcke sind Naturprodukte, jeder ist anders und man muß sie einfach testen wie sie in der Hand liegen und ob man mit dem jeweiligen Schwung gezielt schlagen kann.

Rohrstöcke beissen immer. Man muß sich auf sie einlassen und den scharfen Schmerz lieben, dennoch wird es Tage geben an denen man diesen Biss einfach nicht "wegstecken" kann. Zu Beginn empfehlen sich leichtere Schläge auf einzelne Poseiten oder auch quer über das ganze Gesäß. Zeit zum Atmen, Zeit zum Einlassen, dann kann man eine solche Session über monotone Einzelschläge zu interessanten Dreierkombinationen und mehr steigern, bis dann je nach Verfassung auch ein heftigeres "Durchziehen" möglich ist. Wer vor Striemen sicher sein möchte, der sollte sich u.U. für ein anderes Schlagwerkzeug entscheiden, Rohrstöcke bürgen für deutliche Zeichen. Die Möglichkeiten reichen von feinen Streifen, über Hämathome bis zu aufgeplatzter Haut. Auf jeden Fall sollte man aber bitte auf einen unversehrten Stock achten, sobald er splittert oder einreisst gehört das gute Stück entsorgt und durch einen neuen ersetzt, bei Preisen um ca. 8 Euro sollte dies kein Problem darstellen.

Dem Austrocknen beugt man mit regelmässigem "Wässern" vor, damit bleibt der Lustspender biegsam und man hat lange Freude dran. Für Edelfans gibt es Rohrstöcke übrigens auch Latex- oder Lederbezogen, optisch schön und das Splitterrisiko geht dann gen Null.



Spaßgerten... Die "Patsch"-Instrumente: Zu guter Letzt gibt es unter den Gerten noch spassige Auswüchse menschlicher Phantasie, mit denen man verspielten Gemütern große Freude machen kann. Ich finde sie einfach nur gruselig und würde ihnen großes Demütigungspotential zuschreiben, aber die Geschmäcker sind ja glücklicherweise verschieden. Handzahm eingesetzt lässt sich mit dem Patsche-Händchen nichts kaputtmachen, eher fällt Sub lachend vom Pranger.

Nein, Spaß beiseite - in Nutzung und Wirkung spielen sie in einer vergleichbaren Liga wie klassische Springgerten. Je breiter das Händchen, desto mehr Aufschlagfläche, desto dumpfer der Sch(m)erz. Punktiertes Schlagen fällt damit leicht und wenn man das Ganze mit Herz und Hirn betreibt, kann man größeren Blutergüssen auch mit Spaßgerten gut entgehen.

Das wars heute aus meiner kleinen Spielekiste. Viel Vergnügen beim Testen, Fliegen, Leiden, Lüstern...

(c) Andrea

 

 
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