Nur die Liebe zählt


Liebe Liebenden...

Hat es sich schon herumgesprochen? Praktizierter Sadomasochismus und lustvoller, schmutziger Sex in glücklichen, mitunter sogar monogamen Partnerschaften sind keine Märchen, sondern Realität. Mancher Vertreter der katholischen Kirche, manche Vertreterin eines dogmatischen Feminismus oder auch einige der lieben Papis und Mamis der traditionellen SM-Old School mögen an den Zusammenhang von Liebe, Sex UND lustvollen Peitschenschlägen nicht wirklich glauben. Doch man sieht sie überall: die glücklich und verliebt gurrenden Paare - im Fetisch-Outfit oder in schicker Abendgarderobe, mit oder ohne Halsband, bei Parties, beim CSD und bei den unzähligen Szene-Stammtischen.

Da gibt es manche, die schon seit Urzeiten zusammen sind und gemeinsam den zuweilen dornigen Weg des Outings bewältigt haben. Sie verliebten sich einst auf der Flucht vorm BGS am Zaun von Wackersdorf, wurden Familie, bekamen Kinder und stellen heute fest, dass sie sich seinerzeit mit traumwandlerischer Sicherheit genau den Partner herausgepickt haben, mit dem sie ihre damals noch völlig unerahnten Lieblingsschweinereien heute aufs Lustvollste teilen können.

Da sind aber auch die, die nach langen Beziehungen endlich den Ausstieg aus der emotionalen Unbeweglichkeit gewagt haben und mit einer neuen Liebe fast grenzenlose Freiheit und langersehnte, stets vorgestellte aber nie gewagte SM-Glückseligkeit erleben.

Oder die ganz Jungen, die mit beneidenswerter Selbstverständlichkeit und ohne sich im mindesten von gesellschaftlichen Klischees behindern zu lassen ihren Sadomasochismus leben und niemals auf die Idee kommen würden, dies ohne einen zu den eigenen Neigungen komplementär empfindenden geliebten Partner zu tun.

Wenn man ihnen eine Weile zugeschaut hat, den glücklichen Paaren, wenn man diese selbstverständliche Normalität von verliebter Zweisamkeit eine Weile beobachtet hat, dann kann man die uns umgebende herrschende Meinung über Sadomasochismus wirklich nicht mehr verstehen. Liebe, Hingabe, die Freude an der Lust in den Augen des Partners sind allgegenwärtig und überwältigend deutlich.

Die üblen Missinterpretationen von der Art: "Das sind so ein paar durchgedrehte Perverse", "Sie lässt sich bestimmt bezahlen und er ist ein ganz armer Kerl" oder "Er ist ein ganz übler Machoschläger und sie ist ein unterdrücktes Mauerblümchen" stehen wirklich nur noch den ganz üblen Dienstags-nachmittags-Proleten-Talkshow-Guckern zu Gesicht, und auch das nicht mal gut.

Aber nein, verehrtes Publikum: ein Kuss auf ihren Fuß, ein Halsband, dass nur er lösen kann, ein Kniefall am Bahnhof, der kleine Schmerzensschrei beim Ansetzen der Brustklemmen...... All das zeugt von Verbundenheit, von großem Vertrauen, von erfüllter Sehnsucht und tiefen Gefühlen. All diese wundervollen Gesten und Rituale haben mit zerstörerischer, menschenverachtender Gewalt und realer, ignoranter Unterdrückung so viel zu tun wie George W. Bushs perfektionierte Kriegsmaschinerie mit der Kleinfamilienkissenschlacht am Sonntagmorgen.

Und da liegt, denke ich, ein Schlüssel zum Herz unserer Vanilla-Mitmenschen: SM-Paare, die in ihrem Umfeld, in ihrem Freundes- und vielleicht auch Verwandtenkreis ihre ganz normale Liebe zueinander zeigen, in der Lebensform, die sie selbst für sich gewählt haben, mit den kleinen komischen Ritualen, die sie lieben und leben wollen - sie sind die wichtigsten Botschafter unserer kleinen Bewegung für erotischen Individualismus und ungewöhnliche, aber selbstgewählte Formen der Lust. Und sie machen ihre Sache verdammt gut. Sie erreichen ebenso viel wie eine clevere Öffentlichkeitsarbeit und sie sind überall.

Aber auch eine Liebe hat ihre Höhen und Tiefen und vieles bliebt schwierig.

SM-Beziehungen sind Neuland. Niemand hat sie uns je vorgelebt, es gibt kaum Vorbilder. Es gibt keine (Beratungs-) Literatur für SM-Paare in der Krise. Auftauchende Probleme können sich grundlegend von allem unterscheiden, was die Vanilla-Freundin, die schließlich Eheberaterin ist, auch nur für denkbar hält. Subtile Verflechtungen der lustvoll erlebten Hierarchie kollidieren mit einem gelebten, gleichberechtigten Paar-Alltag. Fantasievoll überhöhte Erwartungen an das Geilheitspotential des Partners konkurrieren mit Alle-Tage-Stress und Job-Problemen.

Mit diesen und anderen Arten von besonderen Situationen werde ich mich in der "Beziehungskiste" auseinandersetzen, und dabei - hoffentlich - den einen oder anderen Denkanstoß bereit halten, ohne jemals das wichtigste aus den Augen zu verlieren: Nur die Liebe zählt.

In diesem Sinne: Na los! Habt Euch lieb!
Eure Apollonia

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... finden sich selten auf der Strasse oder am Arbeitsplatz. Sie treffen sich meist im Internet durch konkretes Kennenlernen. Step by Step, weil die Liebe einschlägt, oder man einfach so verdammt gut miteinander sprechen und spielen kann. Man kann sich dafür 1000 Nächte mit bunten Fakes um die Ohren schlagen, oder dort suchen, wo sich Menschen nicht scheuen, Ihren Realnamen zu hinterlegen. Optimale Sicherheit und Ehrlichkeit für private Frauen und Männer mit realem Partnerwunsch bietet bisher nur die LS Community. Aber das verwundert ja nicht wirklich, oder? >>
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