Meins! Meins! Meins!
Über die Kennzeichnung von Eigentum

Die Cowboys vergangener Zeiten drückten Vieh und Mustangs Brandzeichen auf, um zu kennzeichnen, welches Tier zu welcher Ranch gehörte. Jeder andere: Finger weg! Heute markieren Herrinnen ihr Eigentum zum Teil aus den gleichen Gründen: damit sich niemand daran vergreift und man sofort weiß, wem es gehört, wenn es verloren geht. Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund, warum eine strenge Dame etwas in ihrem Besitz Befindliches markiert: die pure Lust daran, es zu besitzen.


Einen Sklaven zum Eigentum zu machen, hat etwas sehr Vergnügliches an sich, für beide Seiten. Doch der Weg dorthin kann ein langer, manchmal sogar jahrelanger sein, denn es handelt sich hier um eine Angelegenheit, die viel Vertrauen auf beiden Seiten erfordert. Ich persönlich würde nie einen Sklaven, den ich noch nicht in- und auswendig kenne, mit meinem Zeichen versehen. Schließlich möchte ich genau wissen, was da hier in meinen Besitz - und damit auch in meine Verantwortung - übergeht. Desgleichen würde ich von einem Sklaven nicht erwarten, mein Zeichen zu tragen, bevor er nicht vollständig darauf vorbereitet ist und genau weiß, worauf er sich damit einlässt. Er muss wissen, bis in seine innersten Tiefen hinein, dass er mir gehört: mit Körper und Seele, Geist und Herz. Um das zu begreifen, muss er erst mal viel lernen.

Um die lange Lehrzeit zu verkürzen, gibt es zum Glück allerdings mehrere Möglichkeiten, Eigentum zu kennzeichnen; nur wenige davon sind permanent. Die vergänglichen verwende ich im Übergangsstadium gerne als eine Art Test und emotionale Vorbereitung, bis es so weit ist...


Das Revier zu markieren ist ein Grundbedürfnis bei vielen Tierarten. Auch mächtige Menschen verfügen über mehr Raum, Gegenstände und Menschen, prägen mehr Dingen ihren Stempel auf. So auch strenge Herrinnen. Im übertragenen Sinn kann sogar eine Domina "ihr Haxerl heben", um die Objekte ihrer Wahl in ihrer strengen Kammer als IHRE zu markieren. Und manchmal ist der Sinn gar nicht so übertragen.

Eine der ersten Stufen der Besitzwerdung ist die "unsichtbare Kennzeichnung". Das bedeutet, dass der Sklave nach ausgedehntem Liebesspiel das Verbot erhält, sich zu reinigen. Sämtliche herrschaftlichen Körpersäfte haben auf seinem Körper zu verbleiben, bis die Herrin etwas anderes befiehlt. Natursekt trocknet ein, wo er hingetropft ist, und Vaginasaft schmiere ich mit allergrößtem Vergnügen am liebsten direkt unter seine submissiven Nasenlöcher. So vergisst er zumindest eine kurze Zeit lang nicht, wem und welchen Erlebnissen er diese Ehre zu verdanken hat. Eine richtige namentliche Kennzeichnung ist so eine Duftmarke natürlich nicht. Sie ist eine rasch vergängliche Prüfung, frei nach dem Motto: "Wash and go!"

Das klingt auf den ersten Blick nicht weiter anspruchsvoll. Ist es auch nicht. Das Schlimmste, was zu ertragen ist, sind eventuell ein bisschen Juckreiz an markierten Körperstellen und unter Umständen der angewiderte Blick Umstehender ob des mitunter etwas strengeren Körpergeruchs. Was ich jedoch bereits bei dieser vergleichsweise leichten Übung auf das Schärfste beobachte: Ob sich der Sklave der Ehre bewusst ist und sich als ihrer würdig erweist. Ob er alle Anweisungen bis ins letzte Detail befolgt. Ob er auf Fragen bereitwillig, wahrheitsgemäß und stolz über die Herkunft des strengen Aromas Auskunft gibt.


Nach einigen Wochen, manchmal Monaten des Trainings ist es Zeit für die zweite Stufe: semipermanente, also mittelfristig haltbare Markierungen. Je nach Methode und sklavischer Regenerationsfähigkeit halten solche Male von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen an.

Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, nicht nur mondmäßig gesehen, hängt von den verschiedensten Faktoren ab und ist nicht allgemein festsetzbar. Der einzig angemessene Sensor ist das "Gespür" der Herrin. Auch ich habe einige Zeit gebraucht, um herauszufinden, wann es angemessen ist, ein Sklavenobjekt als mein Eigentum zu kennzeichnen. Das ist nichts, was ich auf die leichte Schulter nehme, selbst wenn der Sklave die Markierung vielleicht nur wenige Tage trägt. Voraussetzung dafür ist jedenfalls der wiederholte Nachweis von unbedingtem Gehorsam, die erfolgreiche Absolvierung verschiedener Prüfungen, deren Inhalt die Herrin nach Gutdünken für jeden Sklaven individuell festlegt und natürlich ein gewisses Maß an Intimität im Sinne von Vertrautheit, Bekanntheit, Offenheit in der Beziehung zwischen Herrin und Objekt.

Nett ist natürlich auch, wenn es einen besonderen Anlass gibt, zum Beispiel einen Jahrestag oder ein anderes Jubiläum ("Unser erstes Spanking heute vor fünf Jahren", "Der 7000. Peitschenhieb in unserer Herrschaftsbeziehung", "Unsere zehnte Freiluftsession" etc.), aber unbedingt erforderlich ist das selbstverständlich nicht.


Meine Lieblingsmethode für vergängliche Markierungen ist das Cutting, mal mit Jagdmesser, mal mit Rasierklinge, je nach Stimmung. Damit kann ich punktgenau und klar definiert jede beliebige Linie setzen, in beliebiger Länge, Biegung, Tiefe. Nachdem ich mich einerseits gerne meinen Stimmungen und spontanen Einfällen hingebe, andererseits aber auch gerne die individuellen Eigenheiten meiner Sklaven berücksichtige, liebe ich an dieser Methode besonders die große Variabilität. Langsam und schmerzhaft, schnell und schmerzhaft, tief und schmerzhaft - ganz zu schweigen von den völlig offenen Textmöglichkeiten. Ich gestehe, dass mir die Rundungen bei gewissen Buchstaben anfänglich einige Schwierigkeiten bereitet haben, aber auch das war - dank geduldiger Sklavenhaut und beharrlichem Training meinerseits - in den Griff zu bekommen.

Meine Lieblingsstelle für diese Art von mittelfristigen Verewigungen ist die Brust. Zwischen Brustwarzen und Halsansatz gibt es viel Platz für meine Selbstverwirklichung. Gut festgezurrt am Andreaskreuz oder - bei Kreislaufschwäche - auch im Liegen hat der Sklave seine Objektwerdung hingebungsvoll zu ertragen, gerne auch stöhnend (Musik in meinen Ohren!), aber nicht zuckend, das ist lästig. Größtmögliche Bewegungsunfähigkeit ist wichtig, wenn die Schnitte wirklich etwas heißen sollen.


Zu dieser Aufgabe kommen manchmal zusätzliche kleine Herausforderungen. Einer meiner Sklaven musste zum Beispiel - und das wusste ich vorher - am nächsten Tag zur Gesundenuntersuchung. Die behandelnde Ärztin staunte vermutlich nicht schlecht, als er ihrer Aufforderung: "Oberkörper freimachen!" Folge leistete, doch außer einem Grinsen kam keine weitere Äußerung über ihre Lippen...

Ich persönlich schätze am Cutting auch die Tatsache, dass Blut fließt - lechz! Dieser herrliche, dunkle, schmackhafte Saft des Lebens ist nicht jederfraus Sache, ich weiß, aber für mich gibt es wenig Vergleichbares. Es ist eine Gabe der Demut, ein Geschenk der Liebe, ein Stück Leben, das der Sklave seiner Herrin darbringt. Ich kann mir jedenfalls kaum eine sinnlichere Opfergabe vorstellen. (Auch aufgrund dieser speziellen Vorliebe meinerseits ist es für mich unabdingbar, den Sklaven wirklich bis in seine Moleküle zu kennen...) (*)

Eine Kollegin hat eine ganz besondere Methode der vorübergehenden Besitzmarkierung entwickelt. Sie schnalzt ihren Namen zuerst mit Hilfe eines dünnen Gummibandes in klaren Linien auf das gut vorgearbeitete, handwarme Hinterteil. Diese verstärkt sie dann durch Saugen, Kneten und Kratzen entlang der roten Striche. Schließlich werden die Linien mittels verschiedener Schleifpapiere zum Leuchten gebracht. Je nach Bedarf erfolgt zu guter Letzt noch mal eine Runde mit dem Gummiband, damit die Markierungen noch tiefer in die Haut eingearbeitet sind. Die so entstandene Kennzeichnung hält ihren Angaben zufolge mindestens eine Woche, ich vermute länger. Ich gebe zu, dass ich ihre Technik selbst noch nicht ausprobiert habe, aber sie klingt unheimlich verlockend und ich habe schon ein Objekt im Auge, an dem ich mich versuchen werde...

Bevor wir zur dritten Kategorie von Kennzeichnungen kommen, noch eine kurze Anmerkung: Natürlich kann sich die Besitzerin auch mit einem so genannten "Permanent Marker" ("Edding-Stift")vorübergehend auf einem Objekt austoben und dabei sicherlich auch witzige Resultate erzielen, aber besonders schmerzhaft oder erniedrigend ist diese Methode nicht. Deshalb ist sie meines Erachtens der Bedeutung der Handlung nicht angemessen, aber das mag man es halten, wie man will. Wo sich ein solcher Stift jedoch hervorragend bewährt, ist im Designentwurf, der in Phase 3 notwendig wird.


Für die dritte Art von Besitzmarkierung - die permanente, irreversible Kennzeichnung - muss alles stimmen, was schon in der zweiten Stufe stimmen musste, und noch das entscheidende Bisschen mehr. Geeignet dafür ist nur ein Objekt, das den innigen und unwiderruflichen Wunsch verspürt, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche von mir besessen zu werden - was im Übrigen nicht das Gleiche ist wie von mir beherrscht zu werden. Besessen wird das Objekt immer, in jedem Augenblick, auch wenn die Herrin fern oder gerade nicht in der Laune ist, erzieherische Maßnahmen zu vollziehen, das heißt: es aktiv zu beherrschen.

Zusätzlich ist der Wunsch erforderlich, dass dieser Zustand bis ans Lebensende anhalte. Schließlich sollte eine Herrschafts-Besitz-Beziehung im Gegensatz zu einer Ehe etwas fürs ganze Leben sein. Aber vielleicht denke ich da auch nur allzu altmodisch und wir müssen uns doch bald an den Begriff des "Lebensabschnitts-sklaven" gewöhnen. Was dann mit permanenten Markierungen passieren soll, ist mir allerdings schleierhaft.

Die Methode meiner Wahl ist hier jedenfalls die Tätowierung: frei gestaltbar im Entwurf, schmerzhaft in der Ausführung, dauerhaft haltbar im Endergebnis. Ideal geeignet also, im Gegensatz zum Branding etwa, das in der Ausführung stinkt und dessen Ergebnisse in vielen Fällen weder ästhetisch noch klar definiert genannt werden können.

Die schwierige, bei diesem Schritt zu lösende Frage ist natürlich, was dem Objekt auftätowiert werden soll. Das Etwas soll ästhetisch anzusehen sein, ich muss es ja vielleicht für immer vor Augen haben. Es darf keine anonymisierbare Zeichnung (Herz, Schuh, Ornament...) sein, sondern muss eindeutig als Besitzzeichen erkennbar sein. Und es sollte einen gewissen Bedeutungsinhalt haben. Snoopy ist zwar vielleicht recht lustig, aber einen klaren Zusammenhang zu herrschaftlichen Besitzverhältnissen erkennt man nur schwerlich. Mein eigenes Symbol entstand in mehrwöchiger Knochenarbeit in Zusammenwirkung mit einem zeichnerisch überaus begabten Sklaven - auf allen Ebenen übrigens - und vereinigt in sich mehrere mir wichtige Inhalte, die zu entschlüsseln keiner besonderen Anstrengung bedarf, schließlich will ich meine Botschaft ja nicht verstecken: Dass die Herrin mit spitzem Absatz herrsche, bedarf wohl keiner weiteren Interpretation. Auch die Initialen M. C. müssen wohl nur für schlichte Gemüter ausgeschrieben werden: Mistress CaroLine.


Und die alles umfassende Schlange, eine der schillerndsten mythologischen Figuren in der Geschichte der Menschheit, lässt hunderte Bedeutungsinhalte zu - und alle sind in irgendeiner Weise für eine Domina passend oder erstrebenswert. Ob es nun die Gestalt ist, die Eva im Garten Eden zum schicksalhaften Biss in den Apfel verleitete, oder das chinesische Symbol für Klugheit, die geschmeidig-glatte Haut oder die gespaltene Zunge, der giftige Biss oder die tödliche Umarmung, die fließenden Bewegungen oder der Peitschenschlag des Körpers beim Vorankommen: Schlangen regen die Fantasie in vielerlei Hinsicht an und nur mit fantasievollen Menschen kann ich gut arbeiten.

Nachdem nun fast alles geklärt scheint, bleibt nur noch zu entscheiden, an welcher Körperstelle die Verewigung aufgebracht werden soll, was natürlich persönlichen Vorlieben unterliegt. Ich für meinen Teil lasse meine Sklaven nur von fachkundigen Händen tätowieren, und zwar in meiner Anwesenheit und nach eingehender körperlicher und seelischer Einstimmung, die selbstverständlich ich übernehme. Dies ist einer der bedeutendsten Akte, den eine Herrin ihrem Sklaven zum Geschenk machen kann, und dementsprechend muss er rundum inszeniert und anschließend gefeiert werden. Denn letztendlich geht es doch darum, dass all diese Mühen an mehr als nur dem Körper des Sklaven ihre Spuren hinterlassen.

Bis demnächst!

CaroLine

(*) Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Praktik nicht safe und daher nur zwischen Personen zu empfehlen ist, die eine gegenseitige Ansteckung mit Aids, Hepatitis, Geschlechtskrankheiten und was auch immer ziemlich definitiv ausschließen können.

Photos: www.putzker.com/smarties

 

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