LS Lifestyle: Erfahrungsberichte


Mein Outing...oder warum Metallbetten eindeutig die besseren sind...
Ein Bericht von Conny

Es sollte ein schönes ruhiges Wochenende werden. Freitag Abend, ein Date mit einem hoffentlich netten devoten Mann, Opa als Babysitter für meinen Sohn, alles gut geplant. 20.00 Uhr. Kind brav im Bett, Mami gestylt, Opa als Babysitter ungewöhnlich pünktlich vor Ort, was sollte schiefgehen??

Der Abend war sehr nett, eine angemessene Begrüßung in Bremen, öffentlich ein Kniefall zu meinen Füßen. Ein schönes Essen und gute Gespräche. Die Nacht endete am frühen Morgen brav allein zuhause in meinem Bett.

Mein Vater, seine Lebensgefährtin und mein Sohn schliefen seelig als ich nach Hause kam. Soweit alles gut überstanden..... Doch dann am frühen Morgen ein lautes Erwachen. Ein fürchterliches Gepolter und schallend lautes Gelächter. Es dauertes etwas, bis ich richtig wach wurde. Opa war mit meinem Kiefergästebett zusammengebrochen, naja er ist nicht der leichteste, das Bett nicht mehr das jüngste.

Eigentlich nicht weiter schlimm, doch nach einem gemeinsam Frühstück, machte er sich, als arbeitseifriger Zimmermann an die Reparatur des Bettes. Beim Gang in meinen Keller, in das Gästezimmer schwante mir plötzlich Böses. Oh, oh, ... Donnerstag eine wunderschöne Session, alle verräterisches Utensilien brav in den Schrank verstaut, alle Wachsflecken beseitigt.... Bis auf...die Seile, die um die Bettpfosten gebunden waren....

Ja, und wie das nun erklären? Mir brach der Schweiß aus. Egal da mußte ich jetzt durch. Ein Blick zu meinem Vater, der darauf nur ganz locker bemerkte: " Ach auf solche Art von Spielchen stehst Du also...".

Puh! Der Kommentar seiner Freundin ließ mich noch mehr lachen: "Hätte ich die schon gestern gesehen, das hätte ich sie doch gerne mal ausprobiert." Damit war die erste Hürde genommen.
Später nach erfolgreicher Instandsetzung meines Bettes führten wir ein langes, gutes Gespräch über meine Neigungen. Doch die Neugier meines Vaters war damit noch nicht befriedigt. Bei einem gemeinsamen Essen 4 Wochen später, erzählte er mit von seinem kürzlichen Reeperbahnbummel mit einem Freund, der natürlich auch die " Perversenläden " nicht ausschloss. Beim nächsten Mal solle ich die beiden doch begleiten, da es einige Dinge gäbe, die er "so gar nicht verstanden hätte" und doch bitte von mir erklärt haben wolle...

Mittlerweile habe ich mich einige Male dem einen oder anderen Gegenüber geoutet, es gabe gute Reaktionen ( "ohja, hört sich gut an", " haben wir uns ja schon immer gedacht") aber eben auch die sehr schlechten, z.B. meiner Mutter ( "Du bist pervers," "wie kannst Du noch meine Tochter sein" , " ändere Dich sofort wieder "). Doch für mich ist durch mein Outing sehr viel in meinem Leben passiert, ich habe meine Mitte gefunden, kann endlich ohne ständiges Selbsthinterfragen ( "warum ist es so? " "Bist Du noch normal ?" ) mit meiner Neigung umgehen. Und es bringt Spaß...einfach nur Spaß. Wobei es auch bei mir sicherlich Gebiete gibt, in denen ein Outing unmöglich ist. Ich denke da an meinen Beruf, oder auch den Kindergarten meines Sohnes).

Doch vielleicht kommt irgendwann die Zeit, in der SM nicht mehr als "Krankheit" angesehen wird, wie laut ICD-10-Schlüssel ja noch immer so dargestellt, und ich ganz offen darüber sprechen kann. Ich würde mich freuen....

(c) Conny

 
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