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Initiierung: Eine Geschichte von LaPetit
"Ich verlange, dass Sie mich anzuschauen haben. Ihr gesenkter Blick würde mir niemals das Gefühl von wahrer Dominanz vermitteln, Madame."
So hart seine Worte waren, so sehr erregte sie dieser Befehl zugleich. Nachdem ihr zwei männliche Zofen die Augenbinde abgenommen und sie entkleidet hatten, ging er mit ihr in das Kellergewölbe, das in ein tiefes schreiendes Rot getaucht war. Schwaches Fackellicht schien von den Wänden und ein süßlich dumpfer Geruch reizte ihre Nasenflügel, die vor freudiger Erwartung leicht bebten. Sie musste an einen leuchtenden Rausch denken, der Besitz von ihren Sinnen ergriff. Sie fühlte sich wie ein Ankömmling in einer seltsam flimmernden Welt, in welcher die Luft trocken und staubig war und sich schwer atmen ließ. Sie zitterte. Er sprach kaum mit ihr und führte sie an der Kette hinter sich her. Wenn er jedoch seine Befehle mit heiserer Stimme sprach, hallten sie von der Decke des Gewölbes herab. Er war sehr groß, mehr als 1,90 und musste gelegentlich seinen Kopf senken und ihn zwischen seine Schultern ducken. Sein weiter dunkler Umhang verbarg seine sportliche, männliche Figur, die einer Frau wohl gefallen konnte. Als sie in einem der hinteren Räume ankamen, schlug er ihr mit einer schwarzen Pferdegerte in die Kniekehlen, sodass sie mit einem leichten Stöhnen vor ihm auf die Knie sank. Ihre auf dem Rücken mit Seidenbändern verzurrten Hände, machten es ihr schwer, die Balance zu halten und ihr Kopf kippte für den Bruchteil einer Sekunde nach vorne. Schon war er über ihr und packte ihre Kehle: "Ihr Blick, Madame!"
Drei Worte, nicht mehr, gesprochen mit heiserem Flüsterton. Sie röchelte leicht, ihr Brustkorb hob und senkte sich, jeder Atemzug brannte. Sie hob ihm ihre Augen mit demütigem Aufschlag entgegen. Er lächelte und seine stahlblauen Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen und zeigten seine Zufriedenheit.
In einem der Nebenräume im Gewölbe war ein anderes Paar. Er befahl ihr in ihrer knieenden Haltung zu verharren und zu ihnen rüberzusehen. Der Herr saß auf einer dunklen, harten Bank und die Sklavin lag auf einem kreuzförmigen Tisch in der Mitte des Raumes. Über ihr leuchtete kühles ultra violettes Licht. Der Herr streichelte sie mit einem Pinsel aus kostbarstem Feinhaar. Mit feinen und doch kräftigen Strichen der samtweichen Spitzen verwöhnte er ihre Haut und schlug sie abwechselnd mit einer Gerte. Nachdem er sie geschlagen hatte, zog er sie an sich, blickte ihr tief in die Augen und küsste sie. Er streichelte sie und schlug sie. Er wies sie an, im hellsten Licht inmitten von fremden Menschen ihre Beine zu spreizen und streichelte ihre Scham. Man sah die silbernen Ringe, welche sie trug.
Sie genoß es, die beiden anzuschauen und zu beobachten, aber insgeheim sehnte sie sich danach, von Monsieur entdeckt und unterworfen zu werden in ihrer tiefen Lust, die sie gerade jetzt bei diesem Anblick empfand. Sie spürte, ohne Vorwarnung seine harte Hand in ihren langen Haaren und er drückte ihren Kopf brutal nach hinten. Der Übergang war fließend, so selbstverständlich vollzog er sich. "Das gefällt Madame", flüsterte er , nahe bei ihrem Ohr. Seine Stimme klang müde.
In ihm war das Wissen von Jahrhunderten. Er konnte mit der Haut sehen, mit den Ohren fühlen, mit der Stimme streicheln und mit den Händen sprechen. Monsieur nahm ihre erknospende Lust wahr, nicht ohne mit all seinen Sinnen im gleichen Augenblick deren Sterben zu erleben. Die schimmernden Momente wurden immer kürzer, das Ablassen und geführt werden, die lüsterne Qual nächtlicher Streifzüge wiederholte sich in unzähligen Variationen, bis die Vision in der Distanz verblasste, bis wieder völlige Dunkelheit herrschte.
Er sah sie an. Sie zitterte am ganzen Körper, vor Angst, Kälte und Erwartung. Zwischen ihren knieenden Beinen waren ihre Säfte geflossen. Monsieur legte mit geöffneten Lippen den Kopf in den Nacken. Unendlich langsam blickte er dann zu ihr hinunter. Er hatte sie gerochen und er wollte seine Vorspeise. Er konnte sich noch ein Mal zwischen Realität und Möglichkeit bewegen. Beflügelt von seinem unwiderstehlichen Drang, den herrannahenden neuen Tag mit einer Gefährtin auf Zeit zu kosten, begann er die Spiele...
(c) La Petite
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