Spacer xplore 10 ! 23.7.-25.7.2010
"xplore" ist eine dreitägige (23.-25.7.) Veranstaltung zu Kreativer Sexualität, BDSM, Performance und Ritual in Berlin. Sie bietet über 40 Workshops, Demonstrationen und Performances zu verschiedenen Spielarten und Aspekten von Sexualität. Die xplore geht 2010 ins siebte Jahr und besinnt sich auf ihr ursprüngliches Motto „Die Kunst der Lust“ aber auch die „Lust an der Kunst“. http://www.xplore-berlin.de/

 

 

 

 

Hört auf zu jammern und macht!


Über die Vorteile ein deutscher Sub zu sein

Ich gebe es ja ungern zu, aber ich bin ein Jammerlappen! In Zeiten, in denen nicht nur das soziale Klima an Kälte zunimmt, sondern die Dommes auch härter zuschlagen und fieser zu werden scheinen, neige ich zum stillen Katzenjammer. So wie viele von Euch - ich weiß es doch! Wie oft kommen sie mit unmöglichen Wünschen an, nicht wahr?
Besonders aber diesem, unsere Heterosexualität bedrohenden Wunsch nach einem Dreier mit zwei Subs. Der Gedanke daran, sie uns mit einem anderen, womöglich gar äußerst attraktiv aussehenden und mit prächtigem Geweih ausgestatteten Hirsch für einen Spieleabend teilen zu müssen ist nun wahrlich ein wenig grenzwertig genug für unsereins. Die Supergau-Situation während einer dieser, uns verhassten Sessions, vor der jeder Sub innerlich zittert und hofft, sie möge an ihm vorbeigereicht werden, wie ein Kelch voller abgestandenen Morgenurin, tritt dennoch unvermeidlich ein:

"Los, nimm ihn in den Mund!"

Spätestens jetzt ist es an der Zeit innerlich zu jammern und zu verfluchen, was man in seinem früheren Leben verbrochen haben muss, um als Sub zur Welt gekommen zu sein. Doch jene Zeitspanne, in der sich das monströs auftürmende Gerät des Sub-Feindes bedrohlich Richtung widerspenstig zuckende, eigene Lippen bewegt, birgt auch einen gewissen Moment der inneren Klarheit. Denn wir sind privilegiert. Ja, wir Subs in Deutschland gehören zu den Glücklichen, zu den Gewinnern! Weshalb dies, fragt Ihr Euch?

Werfen wir einen Blick zu unseren Nachbarn im Süden, den Leidgenossen. Ein wunderschönes Land, in dem der Kaffee wesentlich besser mundet als hierzulande. Ein ruhiger Menschenschlag, besonnene Gemüter - gut, wir verstehen sie zwar sprachtechnisch herzlich wenig, dafür ist es dort sauber. Egal in welchem Kanton man sich aufhält, man kann quasi vom Boden essen. Ebenso in den Schweizer Domina-Studios. Leckt dort mal den Boden und Eure Zunge ist steril. Genau aber dies ist das Problem der Schweizer Putzsklaven: sie sind samt und sonders arbeitslos, weil Staub in Helvetia real nicht existent ist. Wie soll Sub da als Putzsklave überlebensfähig sein und eine Domme finden, die zu seinen Neigungen passt? Zu Tausenden lungern sie an den Grenzübergängen zu Deutschland herum, um wenigstens ein paar Emissionen der unsrigen Industrie erhaschen zu können. Erfüllt mit Neid blicken sie auf unsere Subs in der Lausitz oder der Niederrhein-Region, die trotz rückläufigem Tagebau immer noch genug zu putzen haben. Nein, es ist für viele männliche Subs in anderen Ländern schwierig geworden.

In Japan ist es besonders tragisch, seitdem eine Firma dort den ersten Cyborg-Sub für weibliche Tops auf den Markt brachte. Ein voll funktionsfähiges Modell, aus einem Niro-Plastinat - Gemisch, mit verschiedenen Belastbarkeitsstufen, im Körperbau Will Smith nachempfunden, ausgestattet mit einem 22 cm langen und 6 cm breiten Kunstglied, welches auf Händeklatschen erigiert und auch erigiert bleibt, verschiedenen Striemen-Modi, von zart rosa bis dunkelblau einstellbar, sowie einer im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienung, die verschiedene Lust-, Schmerzens- und Stöhngeräusche sowie den Satz "Ja, meine Herrin" in 30 unterschiedlichen Sprachen auf Knopfdruck abrufbereit hält.
Seitdem dieses Modell erhältlich ist, wurde die Gattung des Nippon-Sklaven von der WWF unter "vom Aussterben bedroht" eingestuft. Er schob sich auf Rang 5 vor, zwischen das Pazifische Seepferdchen und den Indonesischen Quittenwaran. Ein paar wenige japanische Subs, die das Glück besaßen, von ihrer Gebieterin nicht verstossen worden zu sein, können nun wenigstens einer Tätigkeit als Putzsklave nachgehen, während sich ihre Domme mit dem Cyborg verlustiert, was ihnen zwar keine Sympathien aus der Schweiz einbrachte, aber immerhin!

Der japanische Sub-Robot ist (zum Glück für uns deutsche Subs) unerschwinglich für die meisten unserer Dommes, die sich ja zu gleichen Teilen aus den Gruppen Hausfrau, Krankenschwester und Lehrerin zusammen setzen und deren Einkommen meist nur für einen Dildo aus dem Hause Uhse strapaziert wird ... monatlich. Der asiatische Hersteller plant dennoch für den deutschen Markt eine Hartz IV - Variante zu produzieren, die wesentlich günstiger, aber eben auch abgespeckter in ihren Funktionen sein dürfte. Enthalten sein sollen ein Latex-Bierbauch, sowie ein schlauchartiges Glied, welches nur durch massives blasen des selben kurzfristig erigiert, sowie einem eingebauten Sprachchip, welcher den Satz "Aua, das tut weh" auf bayrisch, sächsisch, schwäbisch und pfälzerisch wiedergeben können soll. Wenn wir Glück haben, Freunde, werden wir also vielleicht nicht ausgewechselt.

Elendig übel und bitterböse sieht es jedoch bei unseren Verbündeten, den US-Boys aus. Das SM - Leben im Wilden Westen ist fast schon vollständig zum Erliegen gekommen. Durch die Problematik, dass der US-Amerikaner im Schnitt 3,2 Jobs zum Überleben benötigt und er die restliche Zeit zum Regenerieren (schlafen) in Anspruch nehmen muss, kommen die Subs nicht umhin, sich kurzfristig fastfood-like ihrer Bedürfnisse zu entledigen. 24/7 - Beziehungen existieren im Lande Gottes definitiv nicht mehr. Dies geschieht in den kurzen Pausen während des Job-Runnings, bei den sich mehr und mehr etablierenden McDomina Drive-Ins.

"Ich bitte vielmals um Entschuldigung, Madam! Dürfte ich bitte etwas bestellen?"
"Fasse Dich kurz, Du Wurm!"
"Ich bitte untertänigst darum, einen Big Double-Whip mit Wax und Footsmelling bestellen zu dürfen. Ferner winsele ich um eine Natural Orange Juice, frisch herausgepresst und bitte in Super-Size, sowie eine Packung Blue Slave-Nuggets."
"Das macht 55,99! Bezahlung im voraus!"
"Danke, danke, danke!"
"Parke Deinen Wagen im schwarzen Bereich, steige aus, ziehe Dich aus und stelle Dich breitbeinig, mit an das Wagendach abgestützten Händen hin."
(summend) "McDomina ist einfach guuuut!"


Der innere Moment der Erleuchtung ging schlagartig vorbei. In einem Sekundenbruchteil zogen all diese Beispiele an mir vorüber. Ich wusste, was ich zu tun hatte. Die Eichel, die sich schon ungeduldig zwischen meine Lippen zu drängeln versuchte, schob ich frech und kurzerhand zur Seite, wandte mich zur Domme meines Herzens, blickte sie an und schwor ihr ein aufrichtiges und leidenschaftlich hervor gebrachtes "für Dich, meine liebste Schönheit auf Erden, mache ich alles, blase ich alles, lecke ich alles, vergehe ich!" und fing an den Schwanz meines männlichen Kollegen gierig in mich aufzunehmen und meine Heterosexualität zu vergessen.

Ja, liebe Sub-Kollegen ... lasst uns aufhören zu jammern. Schlimm ist es geworden mit uns! Schlimm! Wir haben es so gut! Wir haben es verlernt, dies zu schätzen! Wir haben es verlernt, SIE zu schätzen. Wir fürchten ihre Lust, anstatt zu genießen. Nichts Schlechtes wollen sie uns, jedoch ab und an nur sehen, was wir zu geben bereit sind. Lasst uns aufhören zu jammern, dass sie uns schlecht behandeln. Lasst uns den Hodengurt um eine Öse enger schnallen, die Brust heraus strecken und lasset uns endlich anfangen zu dienen. Aber pronto! Wir sind dazu fähig, denn wir sind gut...

...und ein jeder von uns erteilt den japanischen Cyborg-Domme-Modellen denn auch eine Absage, nicht wahr? (zumindest offiziell, pssst!)

Ein frohes Subbig-Sein wünscht Euch Euer
(c) Melek

Post an Melek Taus senden:

Name:

Email:

Nachricht:

Contact me:

 

 
Adults only!
 >>
Spacer
SM Partner
... finden sich selten auf der Strasse oder am Arbeitsplatz. Sie treffen sich meist im Internet durch konkretes Kennenlernen. Step by Step, weil die Liebe einschlägt, oder man einfach so verdammt gut miteinander sprechen und spielen kann. Man kann sich dafür 1000 Nächte mit bunten Fakes um die Ohren schlagen, oder dort suchen, wo sich Menschen nicht scheuen, Ihren Realnamen zu hinterlegen. Optimale Sicherheit und Ehrlichkeit für private Frauen und Männer mit realem Partnerwunsch bietet bisher nur die LS Community. Aber das verwundert ja nicht wirklich, oder? >>
Spacer
Dr.SMommer Team
Was Ihr schon immer von uns wissen wolltet, aber kaum zu fragen wagtet.... wir freuen uns auf Eure sinnigen und unsinnigen, konkreten und allgemeinen, amüsanten und bösen Leserbriefe rund um LS und SM. Wir werden sie ebenso charmant, provokant und humorig ONLINE beantworten. Also ran an die Tasten und fragt was das Zeug hält, - beim Dr.SMommer Team werden Sie geholfen. >>
Spacer
 

[ Home | Impressum | Kontakt | Media-Daten ]
© Das Copyright für sämtliche Inhalte dieses Magazins liegt bei LustSchmerz Hamburg oder den Autoren.
Jegliche Verwendung von Texten bedarf einer schriftlichen Genehmigung.

LustSchmerz Community LustSchmerz Shopping Home