Spacer xplore 10 ! 23.7.-25.7.2010
"xplore" ist eine dreitägige (23.-25.7.) Veranstaltung zu Kreativer Sexualität, BDSM, Performance und Ritual in Berlin. Sie bietet über 40 Workshops, Demonstrationen und Performances zu verschiedenen Spielarten und Aspekten von Sexualität. Die xplore geht 2010 ins siebte Jahr und besinnt sich auf ihr ursprüngliches Motto „Die Kunst der Lust“ aber auch die „Lust an der Kunst“. http://www.xplore-berlin.de/

 

 

 

 

LS Fortsetzungsstory

Die Herrin vom Wasserschloss Teil 5

Die Entscheidung

Draußen war es noch dunkel, als ich am letzten Tag vor dem Ende meiner Prüfungszeit und damit auch einen Tag vor dem heiligen Abend erwachte. Mein ganzer Körper schmerzte noch immer von Jessicas gestriger liebevoller Spezialbehandlung, und vor allem mein Po brannte, als stände er in Flammen. Behutsam tastete ich nach den Flammenherden und fühlte deutlich die dicken Wülste der Striemen, welche die Peitsche hinterlassen hatte. Ich würde wohl einige Tage ziemliche Probleme beim Sitzen haben. Meine Füße fühlten sich wund an, und auch meine Brustwarzen waren noch eine Quelle von süßer Pein und ein Ziel meiner Aufmerksamkeit, und fühlten sich dabei doppelt so groß an, wie sie eigentlich waren.

Dennoch ging es mir erstaunlich gut. Ich kuschelte mich ein wenig tiefer in die warmen Laken meines Bettes und fühlte dabei Jessicas warmen Körper neben mir, fühlte ihren Arm auf meiner Brust, hörte ihren ruhigen Atem, und ihr Gesicht wirkte im Schlaf noch ungleich friedlicher, als ich es bereits vom Tage her kannte. Oh, wie ich diese Frau liebte und begehrte....

Gestern Abend, nach der Tortur in der Folterkammer, hatte ich das erste Mal geweint wie ein verlorenes Kind, hatte geglaubt, es wäre viel zu viel gewesen, und ich könnte nicht noch mehr ertragen. Dabei war es nicht nur der Schmerz alleine gewesen - es war die Kombination aus körperlicher Pein und Jessicas sanften und leisen Worten voller Liebe und Leidenschaft, die ich mit dem dicken und festen Knebel in meinem Mund nicht erwidern konnte, es war das hilflose gefesselte Ausgeliefert sein an die präzisen rhythmischen Schläge, die meinen an den Füßen aufgehangenen Körper trafen, immer und immer wieder, in Verbindung mit den so sanften Berührungen von Jessicas Fingern, wenn sie mich streichelte, die letztendlich das erreicht hatte, wovor ich mich mein ganzes Leben gefürchtet hatte: Ich war gefallen, tief gefallen, ewig gefallen, hatte mich aufgelöst und verloren....

Jessica hatte mich aufgefangen, wieder neu zusammengefügt, hatte mir mein Leben neu geschenkt. Später war sie zu mir ins Gästezimmer geschlüpft, und wir hatten uns gefühlt, gestreichelt, geküßt, stundenlang - und wieder hatte sie mir gestattet, oder vielmehr sogar verlangt, daß ich mich so intensiv mit ihrem Körper befassen möge, ihr so viel Lust verschaffen solle, wie ich zu geben imstande war. Ich war sehr glücklich darüber gewesen, ihr diesen Wunsch erfüllen zu dürfen, wobei der Stahlkäfig meines Lederslips meine eigene Lust wieder in ihren Grenzen hielt; dabei hätte ich nur kurze Zeit vorher nicht geglaubt, dazu noch in der Lage zu sein. Doch Jessicas Anwesenheit und ihre Zuneigung war für mich eine Quelle der Kraft und des Glücks geworden, aus der ich schöpfen durfte, sooft ich wollte oder es nötig hatte. Und ich hätte auch nicht mehr gewußt, wie ich mein Leben alleine und ohne meine Lady gestalten würde. Irgendwann waren wir eingeschlafen, Hand in Hand....

Jetzt, nach dem Erwachen und mit Jessicas schlafenden Körper an meiner Seite, setzten sich die Gedanken von Gestern fort, erreichten die Gegenwart und wanderten weiter in die Zukunft. Was würde Morgen werden? Würde mich Jessica wegschicken, weil sie der Meinung sei, ich wäre doch nicht der richtige Partner für sie? Würde ich Morgen das Schloß verlassen, hinausgehen in eine kalte Weihnachtsnacht, und (wahrscheinlich vergeblich) versuchen, in mein früheres Leben zurückzukehren? Würde ich Morgen Abend einsam und allein in meiner kleinen Wohnung sitzen und an mir selbst zweifeln? Diese Gedanken wollten mir gar nicht gefallen, ja sie machten mich unglücklich und bereiteten mir inzwischen sogar mehr Angst als früher meine Furcht vor dem ‚sich verlieren'. Während mein Denken um dieses Thema kreiste, regte sich Jessica an meiner Seite und schlug wenig später die Augen auf. Sie lächelte mich aus verschlafenen Augen an, und jede Angst schmolz dahin, als ich , wie schon so oft, in den unergründlichen Tiefen ihrer grünen Augen versank.

Das gemeinsame Frühstück verlief wie immer in angenehmer Atmosphäre. Jessica hatte eine ausgezeichnete Laune und erzählte von einem Umbau der Folterkammer, den sie bei nächsten Gelegenheit vorzunehmen gedachte. Die Art und Weise, in der sie dabei von einer in dieser Form noch nicht existenten Räumlichkeit sprach, deutete darauf hin, daß sie in ihrer Phantasie bereits alles gründlich vorgeplant und ausprobiert hatte. Ich ertappte mich bei dem Gedanken, wie es wohl wäre, zusammen mit Jessica die Neuerungen zu testen. Jessica schien offensichtlich wieder einmal genau zu wissen, was in mir vorging, und ihr hintergründiges Lächeln, als sich unsere Blicke trafen, konnte ich nur als genießerisch bezeichnen. Auch die Zofen schienen Bescheid zu wissen, und Nadja, reichte mir vergnügt noch ein Brötchen, während ich mir einen Kaffee nachschenkte.

Irgendwann später, als wir alle fertig gegessen und getrunken hatten, erhob sich Jessica und überließ den Salon den beiden Freundinnen. Sie bat mich, ihr zu folgen und führte mich in einen Teil des Schlosses, der mir noch nicht bekannt war - abgesehen vom Wehrturm, den ich ebenfalls noch nie betreten hatte, und der meines Wissens sogar für die Zofen tabu war. Es ging eine Wendeltreppe hinab, ziemlich tief, danach einen kurzen Gang entlang, der nur von einer einzigen schwachen Lampe erhellt wurde. Zwei Türen gab es am Ende dieses Ganges, und eine dieser Türen öffnete Jessica jetzt und bedeutete mir einzutreten.

Der Raum dahinter entpuppte sich nur als ein gewöhnliches Badezimmer, und es wunderte mich ein wenig, das Jessica mich ausgerechnet hierher geführt hatte. Ich hatte jedoch keine Gelegenheit zu fragen, denn sie verlangte, daß ich mich entkleidete, und entledigte sich selbst auch ihrer eigenen Kleider. Danach öffnete sie die Schlösser meines Slips und bat mich, mein Geschäft zu erledigen. Natürlich blieb sie wieder dabei, um sicherzugehen, daß ich nicht an mir herumspielen würde. Allerdings nutzte sie die Zeit, um in der Duschkabine das warme Wasser aufzudrehen, und zog mich unter den heißen Strahl, nachdem ich geendet hatte, aber nicht ohne vorher meine Hände mit einer kurzen Seilfessel auf den Rücken zu binden. Dabei hätte ich sie so gerne berührt, gestreichelt...

Als wir die Dusche verlassen hatten, schlüpfte Jessica sofort in einen weichen Bademantel, befreite meine Hände wieder und reichte mir ein riesiges Handtuch, mit dem ich mich abtrocknete. Ich fühlte mich erfrischt, wohl und vollkommen entspannt. Als ich mich bückte, um mir die Beine abzutrocknen, stand Jessica auf einmal vor mir, beugte sich über mich und drückte meinen Oberkörper weiter nach unten. Ich fühlte ihre Hände an meinem Po, fühlte ihre Finger behutsam über die Schwielen tasten, die dabei wieder ein wenig brannten, doch dann bewegten sich ihre Hände auf einmal sehr schnell und drückten den großen Analstopfen in meinen Anus. Sofort danach fühlte ich wieder das kalte Metall des Peniskäfigs um mein Glied und den Lederriemen zwischen den Beinen, als Jessica mir wieder meinen Slip anlegte und damit auch den Stopfen fixierte. Ich richtete mich wieder auf. Jessica grinste über das ganze Gesicht über diesen gelungenen Streich.

"Also entspannen kannst Du Dich inzwischen. So leicht war es noch nie, Dich zu verschließen..." Sie drückte mir einen flüchtigen Kuß auf den Mund, nahm mich dann bei der Hand und führte mich zurück hinaus auf den dunklen Gang und weiter durch die zweite Tür, wo sich ein weiterer, noch dunklerer Gang anschloß. Ich selbst ging wieder ein wenig O-beinig - ich hatte mich noch nicht wieder an das Gefühl des Stopfens in mir gewöhnt.

Dieser zweite Gang führte zunächst um mehrere Biegungen und endete schließlich in einer weiteren Tür, hinter der ich nun eine Überraschung erlebte: Mich erwartete ein ca. drei Meter durchmessender kreisrunder Raum, in dem jede Fläche einschließlich des Bodens und der Decke mit einem dicken weichen Plüsch ausgekleidet war, den ich allerdings erst für echten Pelz hielt - so hervorragend war die Qualität. Es gab nur ein einziges Möbelstück, und dies war ein runder Hocker in der Mitte des Raumes. Jessica schob mich mit sanfter Gewalt hinein, und schaute mich dann ernst an.

"In diesem Raum wirst Du eine unbestimmte Zeit verbringen, allein mit Dir und Deinen Gedanken. Du sollst Gelegenheit haben, über die letzten vier Wochen nachzudenken, und zwar vollkommen ungestört. Du weist selbst, daß Morgen die vier Wochen Deiner Probezeit vorübergehen, und wie ich Dir bereits am Tage unseres ersten Treffens sagte, wirst Du selbst über eine Zukunft mit mir oder ohne mich entscheiden. Ich sage Dir jetzt, daß diese Entscheidung endgültig sein wird; wenn Du einmal entschieden hast, wird es kein Zurück mehr geben. Deswegen prüfe genau, was Dir die vergangene Zeit hier auf meinem Schloß bedeutet, ob sie Dir wirklich im Herzen gefallen hat oder ob Dir das Leben in der Welt außerhalb dieser Mauern mehr zusagt."

Ich fühlte einen Kloß in meinem Hals aufsteigen, und wollte etwas sagen, doch Jessica legte mir einen Finger auf den Mund. "Shhht, sag bitte nichts..."

Sie zeigte auf den Hocker. " Solltest Du ein dringendes Bedürfnis haben, so ist unter dem Deckel eine chemische Toilette verborgen. Mit einem großen Geschäft wirst Du allerdings eine Weile warten müssen..."

Sie schmunzelte, während ich die Festigkeit meines Slips überprüfte und wie schon so oft feststellen mußte, daß ohne Hilfsmittel nicht der Hauch einer Chance bestand, ihn und damit auch den Po-Stopfen zu entfernen. Doch schnell wurde sie wieder ernst. "Solltest Du Durst haben, so findest Du an einer Seite dieses Hockers ein Fach mit drei Litern Wasser zum Trinken. Dies sollte eigentlich reichen, um Deinen Durst zu stillen. Teile es Dir ein, denn Du wirst schnell Dein Zeitgefühl verlieren, wenn erst das Licht aus ist."

Das Licht aus? Wieder wollte ich etwas sagen, doch Jessica trat schnell einen Schritt zurück und schloß die Türe. Nur Sekunden später konnte ich nicht mehr ausmachen, wo die Türöffnung gewesen war - der dichte lange Flor des Plüschs hatte jede Kontur verschwinden lassen. Ich hörte aber noch Jessicas Stimme, stark gedämpft und sehr leise - der Raum war offenbar auch noch schallisoliert. "Machs gut, mein Freund - vielleicht sehen wir uns wieder..." Langsam verlosch die Beleuchtung, und nur wenige Sekunden später fand ich mich eingeschlossen und umgeben von vollkommener Dunkelheit....

Es dauerte nicht lange, bis ich mir meines absoluten Alleinseins, meiner Einsamkeit hier in diesem warmen weichen Raum sehr bewußt wurde - war ich doch die ganze Zeit über, die ich hier auf dem Schloß verbracht hatte, niemals wirklich allein gewesen. In meinem Gästezimmer hatte ich das Rauschen der Bäume hören können, das Heulen der Herbststürme oder das Prasseln des Regens, aber auch die Stimmen Jessicas oder der Zofen, der Klang von Musik aus der Stereoanlage oder die zarten Melodien der Harfe waren an mein Ohr gedrungen. Tagsüber waren immer zwei der drei Zofen im Schloß gewesen und hatten Jessica und mir Gesellschaft geleistet. Und wenn ich nicht bei meiner Lady war, mich mit ihr unterhalten oder gemeinsam mit ihr musiziert hatte, wenn ich nicht an ihrer Seite durch den Wald spaziert war oder mich ihr beim Spiel hingegeben hatte zu ihrer Verfügung, war es meine Aufgabe gewesen, den Zofen bei ihrer Arbeit zu helfen, beim Putzen, beim Kochen, aber auch als Diener bei ihren eigenen Spielen, die ihnen in ihrer Freizeit auf dem Schloß gestattet waren. Während ich darüber nachdachte, mußte ich feststellen, wie leicht es Jessica wieder einmal gelungen war, ihr Ziel zu erreichen und mich genau das machen zu lassen, was sie wollte - in diesem Falle eben nachdenken. So tastete ich mich kurz zu dem Hocker, fischte nach einer Flasche Wasser, die ich genau da fand, wo Jessica es gesagt hatte, trank einen Schluck und kuschelte mich dann auf dem Boden nahe an der weichen Wand zusammen. Dann ließ ich ganz bewußt die Zeit auf dem Schloß vorbeiziehen - zunächst waren es nur Gedanken, doch daraus wurden irgendwann richtige Bilder, die vorüberzogen, ein Wachtraum fern der Unbewußtheit beim Schlafen. Jedes Detail tauchte noch einmal auf, die Einrichtung der Räume, die Stimmen der vier Frauen, das gemeinsame Lachen, die Schmerzen und die Zärtlichkeit, die Jessica mir beinahe täglich geschenkt hatte, mein Sturz ins schwarze Nichts und meine Wiedergeburt durch meine Lady... und ich konnte nur zu einem einzigen Ergebnis kommen: Vier Wochen lang war ich wirklich glücklich gewesen, ohne Einschränkung. Könnte ich mein Leben so weiterführen, ich würde es tun. Was würde ich verpassen?

Dies war eine gute Frage, stellte ich fest, denn jetzt tauchten all jene Dinge auf, die ich früher so selbstverständlich machen konnte und bei denen ich jetzt immer um Erlaubnis bitten und auch Einschränkungen hinnehmen mußte: Saunabesuche, einfach mal ins Blaue fahren, eigene Urlaubsplanung, einen Tag einfach mal nur verbummeln, oder einfach nur tun, was mir in den Sinn kam... Was waren mir diese Dinge wert? Und wollte ich wirklich wieder so frei sein, um dies alles tun zu können, wann es mir in den Sinn kam? Wenn ich morgen eine Entscheidung treffen wollte - welche würde Sinn machen?

Mit dieser letzten Frage kam auch die Antwort. Mir wurde klar, was ich in meinem früheren Leben so sehr vermißt hatte: Den Sinn hinter allem. Mein Leben war zwar frei, aber sinnlos und langweilig gewesen. Erst meine Begegnung mit Jessica hatte dies geändert, sie hatte mir ihre Alternative gezeigt, und dies gerade in der Zeit, die ich hier bei ihr auf dem Schloß verbracht hatte. Ich war nicht frei gewesen, doch mein Leben war aufregend gewesen, voller Gefühle, voller wirklichem Leben, ja, voller Liebe, dies wurde mir jetzt sehr deutlich bewußt. Mein Leben hatte einen Sinn gehabt. Und ich erkannte, das Jessica dies genauso empfand, wenn auch aus ihrer dominanten Sicht heraus. Ich erkannte, das sie mich ebenso liebte wie ich sie... An dieser Stelle versiegten meine Gedanken, mein Kopf wurde frei, und ich fühlte, wie Tränen an meinem Gesicht herabliefen....

Eine Ewigkeit schwebte ich in diesem Zustand, frei, erfüllt von Freude und Liebe, und die Zeit war bedeutungslos. Als dann zuerst die Bilder, danach auch die Gedanken zurückkehrten, geschah dies sehr sachte. Schließlich wurde ich mir auch meines Körpers wieder bewußt, des weichen Bodens, auf dem ich lag, der warmen Wand in meinem Rücken. Noch einmal trank ich etwas Wasser, legte mich zurück an meinen Platz und glitt hinüber in einen tiefen Schlaf....

Ein kühler Luftzug beendete mein Ruhen. Ich schlug die Augen auf und schaute direkt auf das schmale Rechteck einer offenen Türe, hinter dem ein schwaches Licht eine steile Treppe nach oben erhellte. Dies war eindeutig nicht der Weg, auf dem ich hierhergelangt war. Vorsichtig erhob ich mich, wobei mir der dicke Po-Stopfen ein eigenartiges, aber nicht unangenehmes Gefühl verschaffte. Dann lauschte ich in die Stille - kein Geräusch war zu hören. Was sollte ich tun? Warten? Oder die Treppe erkunden? Letzteres schien mir Sinn zu machen - vielleicht war dies bereits ein Teil der Entscheidung, die ich zu fällen hatte. Dieser Gedanke lies mich allerdings erst einmal zurückschrecken. Was, wenn nun das Erkunden der Treppe genau das Falsche war? Ich beschloß, noch ein wenig zu warten und dann mein Glück mit der Treppe zu versuchen. Jessica hatte von einer Entscheidung, gesprochen, nicht von einem Ratespiel, und ich hatte gelernt, daß sie zwischen Beidem recht gut zu unterscheiden wußte. So versuchte ich noch einmal, einen Hinweis auf die Anwesenheit einer verborgenen Person wahrzunehmen, mit demselben Erfolg wie beim ersten Mal. Danach schlüpfte ich durch die Türe und schlich die Treppe hinauf.

Bereits beim ersten Absatz erwartete mich die nächste offene Türe, wie eine Einladung, ich lugte hindurch und erspähte das Innere des Torhauses. Und noch etwas fand ich, was mich veranlaßte, meinen weiteren Aufstieg abzubrechen und das Torhaus zu betreten: Die Entscheidung.

Ich hatte schon oft Jessicas Gabe bewundert, Situationen zu arrangieren, die eine bestimmte Handlung explizit verlangten. Und so fand ich auch hier eine Situation vor, die mir nicht deutlicher hätte sagen können, worin meine Möglichkeiten lagen... Das große Außentor des Schlosses stand ein Stück offen, und ein kalter Luftzug wehte herein. Draußen schien es dunkel zu sein, dafür wehten aber ein paar Schneeflocken durch den schmalen Spalt. Ich fröstelte, denn schließlich war ich bis auf meinen Slip nackt.

Neben dem Tor lagen auf einem kleinen Tisch jene Kleidungsstücke, die ich bei meiner Ankunft im Schloß getragen und die ich seitdem nicht mehr gesehen hatte. Daneben fand ich die Schlüssel zu meinem Slip.

An der gegenüberliegenden Seite des Raumes stand ein weiterer Tisch. Hier fand ich allerdings ganz andere Dinge: Ein paar Brustwarzenklammern mit Gewichten daran, ein Paar breite, offenstehende Metallreifen für die Handgelenke, die von selbst einschnappten und danach nur mit einem passenden Schlüssel wieder geöffnet werden konnten, eine breite gefütterte Augenbinde, welche die Augen hundertprozentig verschloß, sowie einen Knebel. Die Handfesseln waren mit einer kurzen Kette miteinander verbunden und mit einer wesentlich Längeren an einem Stahlring in der Wand befestigt. Vor den Reifen lag ein Zettel, auf dem nur ein kurzer Hinweis stand: ‚Bitte hinter dem Rücken anlegen.'

Da war sie nun, die Stunde meiner Entscheidung, und mir fiel ein, was Jessica mir sagte, als sie mich in das runde Verließ einsperrte: Diese Entscheidung wird endgültig sein. Gleichzeitig war mir klar, daß ich mich längst entschieden hatte - dies hier war für mich nur noch die formelle Bestätigung. Zunächst verschloß ich die Eingangstüre und sperrte damit die Kälte des Winters aus. Als nächstes legte ich mir den Knebel an, danach die Brustwarzenklammern, die zunächst noch recht erträglich waren. Es folgte die Augenbinde, und schließlich drehte ich mich um und ertastete die Handschellen hinter meinem Rücken, legte sie um meine Handgelenke und ließ sie einschnappen, was sie mit einem laute Klick quittierten. Nun konnte ich nur warten, was als nächstes geschehen würde....

So fand ich mich nach nur kurzer Zeit wieder im Dunkeln wieder - diesmal war meine Situation allerdings bedeutend unangenehmer. Das Torhaus war kühl und zugig und hatte nichts von der warmen Behaglichkeit der weichen Pelze im Verließ. Die Kälte des nackten Steinbodens begann schnell, meine Beine hinaufzukriechen, so daß ich mich schließlich auf den Tisch setzte. Dabei hatte ich für einen Moment meinen Po-Stopfen vergessen, der sich nun mit einem intensiven Gefühl zurückmeldete und mir einen angenehmen Schauer über die Haut jagte. Viel weniger angenehm waren die Klammern an meinen Nippeln, die inzwischen sehr unangenehm zwickten. Und rufen konnte ich auch niemanden - der dicke Knebel verhinderte jedes lautere und vor allem artikulierte Geräusch.

Ich schätze, das ungefähr eine viertel Stunde verging, bis ich das Geräusch eines großen Schlüssels vernahm, der sich im Schloß herumdrehte. Als nächstes hörte ich das Kichern der Zofen. Eine Hand packte meinen Oberarm, während gleichzeitig jemand die Kette zur Wand von meinen Handfesseln löste. Eine zweite Hand faste meinen anderen Arm, und ein sanfter Zug nach vorne veranlaßte mich, von meinem Tisch herunterzurutschen. An meinem linken Ohr fühlte ich einen warmen Lufthauch, und eine leise Stimme - ich glaube, es war die von Nadja, war mir aber überhaupt nicht sicher - flüsterte mir ins Ohr: "Willkommen zu Hause...."

Mir wurde so warm ums Herz, daß ich schon wieder feuchte Augen bekommen wollte - im gleichen Moment packte eine Hand an meinen Po und wackelte kräftig an dem Stopfen. Ich konnte nicht anders als wohlig aufstöhnen, und hätte danach am liebsten gegrinst, als die Zofen erneut zu kichern begannen. Der Knebel machte dies allerdings zumindest sehr schwierig.

Behutsam führten mich die beiden Frauen nun vorwärts, aus dem Torhaus heraus ins Schloß, und ich genoß die warmen, weichen Teppichen an meinen kalten Füßen. Ein paar mal änderten wir die Richtung, und dann wurde es sehr kalt. Wind wehte kräftig durch meine Haare, und sanfte, federleichte Berührungen auf meiner Haut erkannte ich als Schneeflocken. Der Boden unter mir war rauh und uneben. Wir waren im Freien und offensichtlich auf der Brücke zum Wehrturm. Die rechte Hand verschwand von meinem Arm , und vor mir hörte ich eine Türe leise knarren. Meine linke Begleiterin führte mich behutsam drei Stufen hinauf, und ich stand wieder im Warmen.

Nun ging es wieder eine Treppe hinauf, eine Menge Stufen, wobei meine Führerin mit großer Sorgfalt darauf bedacht war, daß ich nicht stolperte. Nachdem wir mehrere kurze Absätze passiert hatten, änderte sich plötzlich die Beschaffenheit des Bodens unter meinen Füßen - aus dem Steinboden wurden beheizte Fliesen. Auch die Luft war jetzt warm und feucht, und ich hörte das Plätschern von Wasser. Die Hand an meinem Arm bedeutete mir stehenzubleiben, und ließ mich für einen Augenblick los. Etwas raschelte neben mir, dann ergriff mich die Hand erneut. Beim nächsten Schritt ging es eine Stufe nach unten, und ich stand in warmem Wasser. Wieder gab die führende Hand meinen Arm frei und verschwand. Sofort danach tasteten kühle Finger nach den Schlössern meines Slips, öffneten diese und entfernten behutsam Käfig und Po-Stopfen. Auch die Brustwarzenklammern wurden geöffnet und entfernt, was den Schmerz, den sie verursacht hatten, zunächst einmal noch verstärkte. Es folgten weitere Schritte und weitere Stufen ins Wasser, in dem ich jetzt bis zum Bauchnabel stand. Die Finger nestelten jetzt am Verschluß des Knebels, den sie kurz darauf öffneten, dabei die Riemen aber noch stramm hielten. Auch der Verschluß der Augenbinde wurde geöffnet, und dann sowohl Knebel als auch Binde auf einmal entfernt. Die ungewohnte Helligkeit ließ mich blinzeln, und ich konnte zunächst nichts erkennen. Zwei schlanke Arme schlangen sich von hinten um meinen Hals und zogen mich rückwärts hinein ins das sprudelnde, heiße Wasser einer riesigen Whirlpools, fingen mich auf, bevor ich mit meinen gefesselten Händen untergehen konnte. Hinter mir fühlte ich einen weichen Körper, an den ich herangezogen wurde, dann Finger an meinen Handfesseln, welche nun auch diese entfernten, und ich hörte die Stimme meiner geliebten Lady an meinem linken Ohr.

Frohe Weihnachten, Jochen..." Ich drehte mich zu ihr um und schaute in ihre grünen Augen. "Frohe Weihnachten, Jessica..." Erst jetzt fiel mir wieder ein, daß heute ja der heilige Abend war, ich erinnerte mich an meine ängstlichen Gedanken an ein einsames Weihnachtsfest in meiner kleinen Wohnung, und nun kamen mir doch noch einmal die Tränen...

Jessica und ich blieben eine lange, lange Zeit in der sprudelnde Wärme des Pools, waren uns so nah, wie wir sein konnten, streichelten und küßten uns, und ich genoß das Gefühl, ihr das erste Mal so nahe zu sein, ohne einen Lederslip mit Peniskäfig zu tragen. Viel später führte sie mich eine weitere Etage nach oben, in den obersten Raum des Wehrturms, wo sie sich unter einem gläsernen Dach, umrahmt von einem nur schmalen Laufsteg, ein Schlafgemach geschaffen hatte, wie ich es mir nicht schöner hätte vorstellen können und welches seit dem Tage der Fertigstellung vor mir noch kein Mann betreten hatte, wie mir Jessica erzählte...

Ich bedauerte jetzt, kein Weihnachtsgeschenk für Jessica zu haben, doch sie lachte nur. "Aber ich hab doch ein Geschenk von Dir bekommen." "Welches?" Ich schaute sie ein wenig verständnislos an. Wann hätte ich Gelegenheit gehabt, ihr das wertvollste Geschenk zu besorgen, welches ich hätte finden und bezahlen können.... "Na, Dich..."

Jessica zog mich hinab auf das große runde Bett und kniete sich über mich. " Du bist mein Geschenk, und Du gehörst jetzt ganz allein mir. Und ich schenke Dir dafür meine Liebe und die Gnade, Dein Leben an meiner Seite leben zu dürfen, als mein Eigentum, aber auch als mein Geliebter und Lebenspartner...." Jessica ließ kein weiteres Wort von mir zu und verhinderte jeden Kommentar mit einem langen, intensiven Kuß. In dieser Nacht liebten wir uns das erste mal, und ich muß sagen, es war das schönste Weihnachten, was ich in meinem Leben feiern durfte...

Zu Teil 6 - Epilog

(c) Joachim

 

   

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