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Die Affaire Teil 1: eine intensive Story von Andras und Luna
Als Tomas kurz die Warnblinkanlage anmacht, überhole ich den Rolls. Mit den getönten Scheiben kann ich sie nicht von außen sehen, aber ich kann mir vorstellen, wie sie aussieht, mit der silbernen Katzenmaske. Ich gebe etwas Gas, will ein paar Minuten vor ihr da sein. Ich parke den Wagen, gehe ins Haus. Dort treffe ich George, der breit grinst und sich die Hände reibt. Von außen ist das Haus etwas heruntergekommen, aber es ist gelüftet, riecht nach Bohnerwachs und Essen. Der große Saal ist leer, bis auf die Anlage, den vielen Lautsprechern, und dem Tisch. Aus der Küche dringen verführerische Düfte.
"Alles klar?" Das Essen hat mir am meisten Sorge bereitet.
"Der Catering Service ist eben gerade gefahren."
Ich nicke und überprüfe noch einmal den Stuhl, den Tisch, die bereitgelegten Spielsachen. Knebel, Manschetten. Die Hand und Fußschellen die an den Armlehnen, und den Stuhlbeinen festgemacht sind. Durch die Fenster sehe ich wie der Rolls die Einfahrt hochkommt. "Es geht los. Drück mir die Daumen!"
Während ich zum Eingang zurück eile hält George die gedrückten Daumen hoch und grinst breit. Ist klar, daß ihm das gefällt.
Ich merke wie der Wagen eine Auffahrt hochfährt, langsamer wird und schließlich anhält. Die Wagentüre wird geöffnet und ich höre die Stimme meines Mannes: "Mein teures Kätzchen, es erfüllt mein Herz mit Freude dich hier zu sehen, zu sehen daß du tatsächlich gekommen bist. Komm steige aus, meine Liebste."
Er nimmt meine Hand und hilft mir aus dem Auto. Ich gefriere bei seinen Worten, kämpfe um meine Fassung. Etwas zu wissen und dasselbe so zu hören sind verschiedene Dinge. Nie hätte ich damit gerechnet, daß er mich nicht erkennt. Steif steige ich aus und verliere fast den Boden unter meinen Füssen als er mein Gesicht in seine Hände nimmt und mich küßt. Mich so leidenschaftlich küßt als gäbe es kein morgen. Mich so fordernd und hart küßt, daß es schmerzt, daß ich spüre wie meine Lippen schwellen. Ich spüre seine Zunge, wie sie heftig, beinahe brutal in mich dringt. Sie schmeckt süß, schmeckt nach Blut. Meinem Blut. Als er von mir läßt dreht sich mir alles. Er muß gespürt haben, wie ich schwanke denn er legt einen Arm um meine Mitte und führt mich ins Haus. Während diesen wenigen Schritten habe ich Zeit mich zu fangen. Jetzt will ich alles wissen und beschließe zu schweigen um mich nicht zu verraten. Ich kann nichts sehen, doch ich höre daß wir einen großen Raum betreten, ein Restaurant. Ich höre gedämpfte Stimmen und das Geklapper von Geschirr und Besteck. Christian führt mich an einen Tisch, ich spüre den Stuhl an meinen Beinen, werde gebeten Platz zu nehmen.
Sie sieht herzzerreißend aus. Die Katzenmaske macht sie blind, aber ich sehe den unteren Teil ihres Gesichts, die vollen, ausdrucksstarken Lippen, die Linien ihres Kinns. Ich sehe die Rose über ihrem Herz, und mir wird ganz warm. Die Emotionen, der Wärme in meiner Stimme ist nicht gespielt, in diesem Moment verliebe ich mich erneut, ist mein tiefster Wunsch in Erfüllung gegangen. Ich führe sie an den Tisch. "Unser persönlicher Ober ist heute George. Setze Dich, er wird Dir den Stuhl halten." In diesem Moment, wo ihre Hand kühl und nervös in meiner liegt, versuche ich nicht zu sehen was wirklich ist, sondern was sie mit ihren Sinnen spürt. Sie zögert einen Moment, dann setzt sie sich langsam, und George schiebt den Stuhl nach vorne. In dem Moment als sie sitzt, beugt sich George nieder, und arretiert den Stuhl in seinen Schienen. "Was wünschen der Herr zu speisen?" fragt George, sein englischer Akzent wird auf einmal deutlich. Er reicht mir eine lederne Mappe, sie sieht es nicht, aber blind wird alles gehört und wahrgenommen, auch das Geräusch wie ich die "Speisekarte" erhalte, kurz in ihr blättere. "Wir werden heute den Rehrücken nehmen. Welchen Wein empfehlen sie dazu, George?" Er spielt die Rolle zur Perfektion, inklusive der kleinen Verbeugung. "Ich würde den 78er Cabernet Sauvignon empfehlen, Monsieur."
Ich blicke zu ihm hoch, seine Augen lachen.
"War der 1976er nicht ein besserer Jahrgang?"
"Ich werde schauen ob sich noch eine Flasche findet."
Ich wende mich meiner lieben Nina zu, meinem Sturmkätzchen. "Ich liebe den Cabernet. Ein Bordeaux, im Barrique gereift, ein Wein feiner Würze und voller Frucht. Ideal zum Reh." George kehrt zurück, und öffnet die Flasche, er grinst mich an. Als wir diese Szene zum ersten Mal probten, fiel ihm der Korkenzieher aus der Hand... Er schenkt mir ein, ich koste. "Gut, George, sie können einschenken."
Er gibt mir ein Zeichen, er hat alles für das Essen vorbereitet.
"Ich möchte mit dir anstoßen. Sag nichts, lass mich das auskosten. Nicke, wenn du mich verstanden hast." Sie zögert einen Moment, und nickt. Ich beobachte die Rose, wie sie sich hebt und senkt. "Lege deine Hände auf den Tisch. Gut. Das Glas steht, vor deiner rechten Hand, zwei Zentimeter nach rechts, 12 Zentimeter nach vorne. Sei Vorsichtig, mein Kätzchen, wir wollen das kostbare Naß doch nicht verschütten." Vorsichtig und zögernd kriecht ihre Hand zum Glas, findet es, und hält inne. "Hebe es an." Sorgsam hebt sie das Glas an, und genauso vorsichtig, stoße ich mit ihr an. "Auf uns..." Sie trinkt vorsichtig. Stellt das Glas ab. Ich beobachte ihre Mimik, ihre Haltung. Meine liebe Nina ist unglücklich, vielleicht verzweifelt, und... zornig. Ich sehe George, wie er aus seinen Schuhen schlüpft, auf leisen Sohlen hinter sie tritt. Ich sehe sie vor mir, etwas verloren, aber mutig, die Rose im Ausschnitt, den Rücken gerade, daß sie die Lehne nicht berührt... so wunderschön daß es mir daß Herz zerreißt. Es wird Zeit für den nächsten Schritt.
"Du ahnst gar nicht, wie sehr mich dein Anblick erfreut. So sollte eine Frau sein..." Mein Seufzer ist echt, hat aber einen anderen Grund. "Meine Frau ist so praktisch. Immer läuft sie in diesen fürchterlichen Jeans herum, trägt Turnschuhe und T-Shirt...", ich merke wie sie sich spannt. "... hat vergessen, was es heißt eine Frau zu sein..." ihre Wangen unter der Maske erhalten rote Rosen und ihre schlanke Hand ballt sich zu einer Faust... ich bin auf dem Sprung. "Sie wäre nie imstande das zu tun, mir das zu schenken was du mir gerade gibst..." Es ist soweit... sie öffnet den Mund. "Christian! Ich bin..." Ich schnelle vor, gebe ihr eine harte Ohrfeige, während George sie an den Schultern nach unten presst. Noch während sie geschockt nach Luft schnappt, hechte ich um den Tisch herum, greife ihre Hände, ziehe sie hinter die Stuhllehne, schnappe die Handschellen um ihre schlanken Gelenke, während ein gedämpftes Geräusch sagt, daß George ihr den Knebel setzt. Es war nicht einfach einen Knebel zu finden, der seitlich gesetzt werden kann. Ihre Füße strampeln, einer ihrer Absätze erwischt mich mit Wucht auf dem Handrücken, und ich beiße die Zähne zusammen, greife noch mal hin, muss meine ganze Kraft anwenden, um die schlanken Fesseln in die Fußschellen zu zwingen. Geschafft!
Auch wenn es mir wie Ewigkeiten erscheint, es können nur Sekundenbrucheile gewesen sein, und dann ist meine Liebe auf dem Stuhl fixiert. Gefesselt und geknebelt sitzt sie da, und als ich um den Tisch herumlaufen will um meinen Platz wieder einzunehmen, sehe ich wie Tränen unter ihrer Maske hervortreten. Ihre Wange ist mit meinen Fingern gezeichnet, und ich streiche über dieses Mal, fühle sie zittern.
Der rote Knebel, nicht Gummi, um ihr den Geschmack nicht zu verderben, formt ihren roten Mund zu einem bezaubernden hilflosen O, und ich sehe sie vor mir, gebunden und hilflos, und beuge mich zu ihr, will ihr Tränen abküssen, als sie das Gesicht von mir wendet. Ihre Schultern zucken leicht, sie weint... ich liebe ihre Tränen, will sie haben. Sie sind mir. Sie hat sich mir gegeben, und heute werde ich sie mir nehmen, so daß sie es nie wieder vergisst, mehr an mich gebunden ist als jedes andere Wesen auf dieser Welt. Sie wird Mein sein! Meine Frau, Meine Liebe, Meine Sklavin!
"Du bist umwerfend, noch schöner als ich mir dich erträumt habe." Als ich nicht antworte fügt er hinzu, "ich schätze in diesem Moment dein Schweigen, denn es läßt uns die Situation genießen." Genießen? Tu das Christian, tu das solange du noch kannst. Auch Christian setzt sich und bestellt unser Essen. Dieser Ober reagiert in keinster Weise darauf, daß hier eine äußerst aufreizend zurecht gemachte Frau sitzt, die eine Maske trägt welche sie völlig blind macht. Das scheint ‚normal' zu sein in diesem Club. Wo bin ich hier nur hingeraten?
Christians Stimme ist es, die mich hält, die mich ruhig sitzen bleiben läßt. Er spricht nicht zu mir, er bestellt das Essen und den Wein, plänkelt ein Wenig mit dem Ober. Dennoch, solange ich seine Stimme hören kann ist er bei mir, solange er bei mir ist, geschieht mir nichts, blind hin oder her. Mein Gott, denke ich. Ich liebe diesen Mann. Liebe ihn so sehr, daß es schmerzt. Ich höre wie der Wein eingeschenkt wird, Christian möchte mit mir anstoßen. Ich öffne den Mund und klappe ihn wieder zu, als er mich bittet weiterhin zu schweigen. Sehr behutsam tasten meine Hände über die feine Tischdecke, während ich ein leises Stossgebiet gen Himmel sende. Ich finde das Glas und erhebe es, Christian prostet mir zu "Auf uns, mein kleines Sturmkätzchen. Und auf den heutigen Abend." Vorsichtig stößt sein Glas an meines. Ja, auf uns, denke ich. Nur mit ‚uns' mein ich nicht ganz dasselbe...
Sachte führe ich das Glas an meine Lippen, ich kann beinahe fühlen wie er mich beobachtet, und trinke von diesem vorzüglichen Wein, den uns der Ober hier empfohlen hat. Wie waren noch Christians Worte? ‚Welchen Wein empfehlen sie heute?' Heute? Heute! Plötzlich schmecke ich Galle. Christian war schon öfter hier. Mit wem? Was passiert hier? Ich spüre den Sog der Verzweiflung. Es war ein Fehler, es war ein dummer Fehler an ihrer statt hier zu sitzen, dieses ganze Theater hier ist eine Farce, alles in mir wehrt sich dagegen, wehrt sich gegen weitere Schläge, die jedes Wort bedeuten, daß er zu mir sagt und doch nicht an mich gerichtet ist. Was soll ich tun? Was KANN ich tun? Was kann ich tun, um diesen schrecklichen Nachmittag ungeschehen zu machen. Was tun, damit Christian wieder glücklich ist bei mir? Was habe ich getan? Was hat ihn hierzu veranlasst?
Ich brauche einen kurzen Moment um zu begreifen daß er zu mir spricht " ...hat vergessen wie es ist, was es bedeutet Frau zu sein...", denkst du? "Sie trägt immer diese praktischen Jeans dazu fürchterliche, unförmige T-Shirts und Turnschuhe." Er seufzt und fährt fort. "Meine Frau wäre niemals imstande mir das zu geben, was Du mir gerade gibst." So. Genug ist genug. So schnell kann ich gar nicht denken wie ich jetzt explodiere. "Christian, du Idiot. Ich ..." Patsch. Die Ohrfeige trifft mich unvorbereitet. Mir bleibt keine Zeit um aufzuspringen oder in irgend einer Form zu reagieren. Ich spüre Hände die mich nach unten auf den Stuhl drücken, Hände die die meinen hinter meinen Rücken binden, Hände die mich knebeln und welche die meine Füße festbinden. Dann ist Stille. So schnell wie all diese Hände da waren, es können unmöglich nur Christians gewesen sein, so schnell waren sie wieder fort. Ein Traum! Es ist nur ein Traum, denke ich, doch meine brennende Wange straft meine Gedanken lügen. Ich rüttle an meinen Fesseln... es ist kein Traum... ‚Christian, ich bin es doch. Ich bin es... Nina..., deine Frau...' Tränen der Verzweiflung und der Ohnmacht machen sich frei, suchen den Weg über meine Wangen... Ich spüre seine Lippen, spüre wie sie tröstend meine Tränen auffangen wollen. Du willst mich trösten, willst meine Tränen trocknen obgleich du noch nicht mal ihre Ursache kennst? Nein! Nein, ich will ihn nicht , deinen Trost.
Ich greife mit beiden Händen ihren Kopf, achte darauf, daß die Maske nicht verrutscht, drehe sie mir zu, sie widersteht mit aller Kraft, aber es ist sinnlos gegen die Kraft meiner Hände, sie gibt auf, und ich küsse ihre Tränen von ihrem Gesicht. Eine nach der anderen, Dutzende leichte, federleichte Küsse... "Es ist gut, mein Kätzchen, es ist gut..." Ich streiche über ihr Haar, ihre zarte Wange. "Es ist gut... " flüstere ich. "Ich will nur nicht, daß du so redest....." Sie zittert noch, hält aber langsam still, wie ein gefangenes Reh. "Wir können uns nachher noch soviel sagen, aber in diesem Moment... in diesem Moment will ich das Du schweigst."
Ich muss sie nicht mehr halten, ihr Gesicht ist auf meine Stimme ausgerichtet. Ich berühre die Rose in ihrem Busen, und sie zittert, sie und die Rose. Ihr Busen hebt und senkt sich, sie atmet schwer, und ich frage mich, ob sie die Dornen entfernt hat... oder ob nun die Rose ihren Busen verbrennt. "Wirst du das für mich tun, mein Kätzchen? Wirst du schweigen? Es wäre doch schade um das gute Essen und den Wein." Ich streichele sie sanft, bedecke ihr Gesicht, ihren wogenden Busen mit zarten Küssen. "Nicke wenn du mir das Geschenk deines Schweigens geben wirst." Ich warte mit angehaltenem Atem. Im Hintergrund bemerke ich kaum George faszinierte Anwesenheit, der alte Schwerenöter genießt dies nicht viel weniger als ich.
Meine Seele brennt, so viele Dinge will ich dir sagen, von so vielen Gefühlen möchte ich dir erzählen. Von der Liebe für dich, der unaufhörlichen Liebe die der Eifersucht, dem Zorn und der Verzweiflung trotzt. Aber ja. Ja, ich werde schweigen.
Langsam nickt sie. Ich küsse sie sanft auf die Wange, als ich ihr den Knebel entferne. Die Tränen laufen noch immer, finden ihren Weg in das Tal ihrer Brüste, wässern die Rose... ich liebe sie, aber noch ist es nicht die Zeit ihr das zu sagen.
George wartet einen Moment, ich nicke ihm zu, und er geht. "Möchtest du etwas Wein? Nicke, wenn du das willst." Sie nickt erneut und sorgsam halte ich ihr das Glas an den Mund, und sie trinkt, ich beobachte wie sie schluckt, rieche ihr Parfüm, die Rose, sie... und merke wie das Band zwischen uns immer stärker wird. George kommt mit dem Servierwagen, deckt das Essen auf. Ich ziehe meinen Stuhl herum, schneide ihr das Fleisch, füttere sie. Als ein Tropfen heißer Bratensoße von einem Bissen tropft, und auf ihrem Busen fällt, folge ich seiner Spur mit meiner Zunge, es ist das Einzige was ich von diesem Essen habe, und ich schmecke sie, die Soße.. dies ist das Gericht was ich haben will. Sie atmet nicht, als ich diesen Tropfen einfange...
Ich halte den Atem an, als Christian den heißen Tropfen Soße von meinem Busen leckt, glaube meinen Herz laut schlagen zu hören. Christians Stimme dringt flüsternd an mein Ohr. "Oh mein Kätzchen, Du weißt ja gar nicht wie sehr du mir mundest, wie Dein Busen schmeckt, besser als jedes Gericht..." Vergessen ist mein Gelübde nicht zu spreche, zu groß der Schmerz. "Du weißt noch immer nicht..."
Die Ohrfeige ist härter als die erste, und auch sie verfehlt ihre Wirkung nicht. Sie kommt nicht dazu das zu sagen was auf ihrem Herzen brennt. Als ich ihr den Knebel setze, denke ich, ich weiß Nina, ich weiß was du mir sagen willst... es wird nicht mehr lange dauern! "Du hast mich enttäuscht.", sage ich. Bedauern in meiner Stimme. Ich lüge, denn wie kann sie mich enttäuschen? Sie ist hier, in meinen Armen, ihre Tränen befeuchten meine Hand. Sie sackt in sich zusammen, gebrochen, jeder Widerstand ist ihr entwichen. "Aber nicht sehr, denn keine andere Frau hätte den Mut aufgebracht mir das zu geben, was du mir jetzt geben wirst..."
Ich habe ihn enttäuscht. Ich ihn? Er mich?
Egal. Die Worte brennen sich in mich. Egal. Widerstandslos lasse ich zu, daß er meine Hand- und Fußgelenke aus den Eisen befreit und sie durch Manschetten ersetzt. Egal. Ich soll mitkommen? Wie du willst. Es ist egal. Es spielt keine Rolle mehr was passiert, spielt keine Rolle mehr wer ich bin. Ich kann nichts sehen, meine Hände sind hinter meinem Rücken fixiert, kurz denke ich daran, daß ich, wenn ich stolperte, wenn ich stürzte dann genau auf mein Gesicht. Egal. Ich gehe ohne zu zögern. Ich habe nichts mehr zu verlieren.
Sie wehrt sich nicht, als ich ihr Hand löse, und die harten Handschellen gegen weiche Manschetten austausche, ich küsse ihren Puls, die Rötung die der Stahl hinterließ, und klinke sie wieder ein. Liebevoll ziehe ich ihr die Schuhe aus, schnalle die Fußman-schetten an, bewundere ihre schlanken Füße, den silbernen Schmetterling über ihrer Ferse. Ich löse die Fußschellen, und George steht bereit, löst die Arretierung des Stuhls. "Komm mein Schatz, mein Kätzchen, es wird Zeit, daß ich dein Geschenk entgegennehme." Ich klinke ihre Handmanschetten hinter ihrem Rücken zusammen, und nehme sie beim Arm. Widerstandslos, zitternd, steht sie auf, und ich führe sie, langsam. Sie ist ein Lamm, sie weint nur lautlos, ich weiß nicht ob sie es bemerkt. Auf der Treppe strauchelt sie, ich fange sie auf. Ich führe sie in das Zimmer, wie ein Lamm zur Schlachtbank, ihr Kopf hängt, und mein Herz blutet, und ich bete daß sie in Zukunft mit erhobenem Haupt ihren Gang geht.
Warum? Warum gehst du diesen Weg nicht mit mir? Dies ist auch mein Traum, du weißt es, ich hatte dir davon erzählt. Ich versteh dich nicht. Und ich verstehe mich nicht. Wieso hab ich mich deinen Wünschen gebeugt? Wieso trage ich dieses Kleid... und alles andere? Die Rose, die sich noch immer nährt an meinem Schmerz. Die Rose als Zeichen ist die Antwort darauf.
Dies ist das einzige möblierte Zimmer in der alten Villa. Der Kamin ist aus, aber eine Elektroheizung sorgt für angenehme Wärme. Der Rahmen vor dem Bett ist stabil verankert. Die Ketten schon auf ihre Größe eingestellt. Er ist alt, hat schon viele Prüfungen bestanden, ich habe ihn damals George überlassen, und nur widerwillig hat er ihn mir wieder zur Verfügung gestellt. Seine beiden Sklavinnen lieben dieses Gestell mit seinen Variationen. Ich führe sie in den Rahmen, mit dem Gesicht zum Bett, und löse ihre Hände hinter dem Rücken, zahm lässt sie zu daß ich ihre Arme anhebe, in die oberen Ketten einklinke, nur als ich ihre Füße einklinke, wehrt sie sich ein wenig, zuckt, nicht viel. Ich streichele sie, fahre ihr über ihr Haar, atme in ihren Nacken, ihr Ohr, sage ihr, wie schön sie ist.
"Jetzt nehme ich dein Geschenk an." Flüstere ich, und beiße ihr sanft ins Ohr, als ich den Schalter finde. Der Elektromotor ist nicht zu hören als sie erschreckt durch den Knebel stöhnt, als die Ketten sich spannen, sie in die Luft ziehen, ihre Arme und Beine spreizen, bis sie gespannt wie eine Violine ist. Ihr Stöhnen ist echt, gewinnt langsam die Qualität die ich suche, jenen bestimmten Ton, den ich hören will. Ich fahre mit meinen Händen über ihren gespannten Körper, über dieses wunderschöne Kleid. Ein Geräusch entrinnt ihrem Knebel, als ihr ihren Busen fest für mich ergreife, ihre Flanken entlangfahre, meine Finger sachte den Weg an ihren inneren Schenkeln finde... und ihren feuchten Slip erspüre. Sie hat ihn nicht ausgezogen, meine kleiner Trotzkopf, war stur. Sie bäumt sich in den Ketten auf, als ich die Konturen des Plugs erspüre, ich frage mich was sie dachte als sie ihn einführte.
Als ich mich entkleide, erzähle ich ihr wie sehr ich dieses Geschenk schätze, das sie mir gibt, wie viel sie mir bedeutet... ich denke nicht, ich spreche nicht zu Sturmkätzchen, sondern zu ihr, Nina, meiner Liebe, dieser Ausbruch ist nicht geplant, aber ich genieße ihre Reaktion. Ihr Kopf hebt sich, sucht meiner Stimme zu folgen, ist zur Seite gelegt, als ich das Rasiermesser ergreife. "Nie wieder wird dieses Kleid solche Schönheit besitzen, denn kein Schneider gab diese Schönheit, nur du." Sage ich, als ich ihren Körper ertaste. Sie windet sich das Wenige was sie kann in den Ketten, durch das Loch in ihrem Knebel pfeift leise ihr Atem.
"Halt still, mein Kätzchen, ich will Dich nicht verletzen!"
Du hast mich in Ketten gelegt, so straff daß ich mich kaum bewegen kann. Du sagst ich solle das auch nicht, denn du wollest mich nicht schneiden. Bevor ich weiß was du meinst höre ich das Messer durch den Stoff gleiten, fühle ich wie das enge Kleid nachgibt. Einen kurzen Augenblick lang reut es mich beinahe um dieses wunderschöne Kleid daß mir soviel gab, mir soviel nahm. Doch einen Moment später als es raschelnd zu Boden gleitet fühle ich mich frei davon. Ich bin ich. Ich halte meinen Atem an, warte auf ein Wort des Erkennens...
Das Geräusch welches das Rasiermesser macht, als es die feine Seide schneidet ist verbunden mit ihrem Atem, mit einer Hand fahre ich entlang ihrer samtenen Haut, während die andere das Messer führt, ich spüre ihren Körper beben, als ich das Kleid von ihr schneide, und sie vor mir hängt. Ihr Kopf ist nicht mehr gesenkt, er ist nach hinten gestreckt, die silberne Maske nicht mehr Demütigung sondern Stolz, ihr Mund offen, der Knebel lose.
"Schade, daß du mir deinen Slip nicht gabst, aber es macht nichts... ich verzeihe dir. Sogleich." Diesmal achte ich sehr drauf wie die scharfe Klinge gleitet, als ich ihr den Slip vom Körper schneide, und nun schwebt sie vor mir, in ihrer Schönheit, mir offen gegeben. Sie hat sich Mühe gegeben, ihre Arme und Beine sind frisch rasiert, auch die zarte Spalte zwischen ihren Beinen liegt blank und offen mir und meinen Augen dargeboten. Der Hauch von Seide ist feucht, als ich ihn an meine Nase führe, ihren Duft rieche, und dann fallen lasse. Ich trete vor sie, und betrachte meine Liebe, wie sie in den Ketten schwebt, nur mit der Rose bekleidet. Sie schwebt noch immer zwischen ihrem Busen, und feine rote Rinnsale führen zu ihrem Nabel. Sie hat die Dornen nicht entfernt, und ich bin dankbar für ihren Mut und Stolz. Auf einer Seite hat sie sich aus ihrem Busen gelöst, doch die Dornen halten sie in ihrem weißem Fleisch. Ewig möchte ich diesen Anblick festhalten aber... Ich küsse und liebkose ihre harten Spitzen, als ich sorgsam die Rose aus ihrem Busen löse, und andächtig zur Seite lege, die kleinen Wunden küsse, während sie sich in den Ketten windet. Sie murmelt etwas hinter ihrem Knebel. Ich denke ich weiß was sie sagen will.
"Es ist schade, daß ich dich nicht sehen kann," sage ich, und lüge erneut, denn Kerzenschein füllt die Konturen ihrer Haut, "aber hier an diesem Tag, will ich uns gleiches geben, du siehst mich nicht und spürst mich nur, und so ist es auch mit mir... nur meine Hände sehen dich..." Ich greife zwischen ihre Beine, dringe in sie ein, fühle die erste der warmen Kugeln. "Gebe sie mir!" fordere ich sie, doch sie schließt sich um meine Finger, ihr Atem geht schwer. Ich knie mich zu ihr hin, und mit Finger und Lippen fordere ich von ihr zurück, was ich ihr gab, und sie bäumt sich auf, die Ketten singen, und der Rahmen vibriert, als sie sich versteift, und ihr Stöhnen durch den Knebel dringt. Sachte berühre ich den Plug. Sie stöhnt erneut... dreht ihren Kopf hilflos hin und her, und ihre roten Fingernägel bohren sich in ihre Handflächen, als ich ihn hin und her bewege, und sie mit meinem Mund verwöhne. Ich merke wie sie sich ihrem Punkt nähert, ihm immer weiter entgegenfiebert. Als sie droht ihn zu erreichen, lasse ich sie los, und greife sie von hinten, öffne die Schnellverschlüsse, und werfe sie vorwärts aufs Bett.
Ich kann nichts sehen, mich nicht bewegen und ich kann nicht mehr denken. Ich kann nur noch sein. Ich höre wohl deine Stimme, verstehe die einzelnen Worte, doch bin ich unfähig zu reagieren. Dann spüre ich deine Finger. Sie dringen in mich, suchen die Kugeln. Ich spüre deine Lippen, deine Zunge heiß an meiner Perle. Nein! Ich will nicht. Unaufhaltsam erregt mich dein Spiel immer mehr, ich kämpfe dagegen an, ich will das nicht, ich will das nicht, nicht solange du glaubst...
Ich höre ein Geräusch und stelle entsetzt fest daß dies Stöhnen und Keuchen aus meiner Kehle dringt, mein Körper gehorcht mir nicht. Das ist das letzte was ich denke bevor der Boden unter meinen Füssen nachgibt. Ich fühle nichts mehr als dich, dich und meine Lust die sich unaufhörlich hochschraubt, ich kann nicht mehr anders, gebe mich meiner Leidenschaft hin, gebe mich dir hin. Grade als ich mich fallen lasse, dankbar von den Ketten gehalten zu werden, geben sie nach und ich falle tatsächlich. Einen kurzen Moment lang falle ich ins Leere, lande gleich darauf in den weichen Kissen eines Bettes und fühle auch schon dein Gewicht auf mir.
Ich liege auf ihr, Haut auf Haut, als ich ihre Manschetten erneut einhake, sie ein zweites Mal verspanne, auf dem Bett, auf dem seidenem Tuch. Ihr Gesicht ist feucht von Tränen.
"Du bist nicht ins Restaurant gegangen. Zwei!"
Zwei? Zwei was?
"Du hast 5 Minuten zulange gebraucht, um zu Tomas zu gehen. Vier!"
"Du hast Dich geweigert den Slip auszuziehen. Zwei!"
"Du hast zweimal gesprochen. Zwei!"
"Du hast mit diesem Italiener geflirtet! Fünf!"
"Das sind fünfzehn, eine ungerade Summe... ich sage zwanzig!"
Ich löse ihren Knebel, und als sie ihren Kopf erheben will, drücke ich sie mit der Hand im Nacken in das Kissen, und zeichne die erste Linie auf ihr wunderschönes Hinterteil, betrachte mit Genuss wie die rote Linie hervorspringt.. "sssiiiiiSST!"
Sie zuckt zusammen, schreit auf... "CHRISTIAN, ICH BIN ES!"
Ich drücke ihr Gesicht in das Kissen... Zwanzig? Himmel, er meint Zwanzig Hiebe! "sssiiiiiSST!" "AAAAAHHHHH! NEEEEINNN!" "sssiiiiiSST!" "Aaaaahhhhh!" "sssiiiiiSST!" Ich halte inne, meine Hand in ihrem Nacken, sie weint in das Kissen.
Ich beuge mich an ihr Ohr. "Sage EINS! Sonst zählt es nicht!"
"sssiiiiiSST!" "sssiiiiiSST!" "sssiiiiiSST!"
Nein, hör auf, bitte hör auf. Sie bäumt sich, aber sagt nichts.
"sssiiiiiSST!" "aaahhh..."
"Eins."
Fast hätte ich es nicht gehört. Ich beuge mich über sie, hauche ihr ins Ohr. "Sage siebzehn, mein Schatz..." "sssiiiiiSST!"
"Siebzehn" sie haucht es "sssiiiiiSST!"
"Achtzehn" ihre Stimme erstickt in ihren Tränen "sssiiiiiSST!"
"Neunzehn" "sssiiiiiSST!"
"Zwanzig...." flüstert sie.
"Ich liebe Dich Nina!" sage ich, laut und vernehmlich. Ich lege mich auf sie, auf das warme, heiße bebende Fleisch ihres Körpers, begrabe sie unter mir, als ich sie greife und halte, meinen Kopf in ihren Haaren in ihren Nacken versenke. Sie fällt unter mir in sich zusammen, aber wir sind verbunden. Ich höre nicht nur wie sie seufzt, ich fühle es.
"Du weißt..." haucht sie.
"Ja."
"Seit wann..."
"Die ganze Zeit..."
"Aber...?"
"Das Packet war für dich. Es gibt keine Andere, es gibt nur meine Nina, mein Sturmkätzchen." Ich streichle sie, fahre mit meinen Händen an ihrem knochenlosen Körper auf und ab...
"Der... aaah... Club..." es ist ein Stöhnen
"Existiert nicht. Eine gemietete Villa und ein Tonband." Ich fahre mit meiner Hand zwischen ihre Beine, finde sie... und merke wie sie reagiert, die Muskeln sich spannen, sie sich langsam unter mir bewegt. "Ich würde dich nicht so demütigen..."
"Aber.. warum..." haucht sie, als ich ihr die Maske abnehme. Sie dreht den Kopf hoch, findet meine Augen. "Du wolltest Dich mir geben..." flüstere ich in ihre Haare, dringe in sie ein... "und jetzt nehme ich Dich!"
"Ja, tu das Christian nimm mich und mach mich dein. Ich liebe Dich." Und diesmal ist es nicht nur ihr Schrei der von den Wänden wiederhallt, sondern auch der meine. Sie ist mir.
Nun ist es zwei Wochen her, daß ich meine Liebe im Ermitage traf. Ich befinde mich im Gästezimmer, und setze gerade stabile Maueranker, während George geduldig das Kreuz in Position hält. Aus dem Schlafzimmer höre ich Caro und Nina kichern. George und ich wechseln einen Blick, als er das Kreuz in Position bringt, und ich anfange die Schrauben hineinzudrehen. Caro und Petra, Georges Sklavinnen, haben zwei Koffer voll mit Kleidung mitgebracht, und Nina scheint die Modenschau zu gefallen. Das Kreuz ist fest, ich probiere noch mal aus, ob es sich bewegt. Fertig. George lehnt an der Wand, zündet sich eine Zigarette an, lauscht dem fröhlichen Tönen aus dem Schlafzimmer. "Du hast Glück gehabt, Christian." Sagt er.
Ich blicke zu ihm hinüber. "Ja. Ich weiß." Ich schaue mich noch einmal im Zimmer um. George hat mehr die Hälfte der Einrichtung beigesteuert, so ist es nur recht und billig, daß er und seine Lieben zuerst in den Genuss kommen werden.
"Hast Du tatsächlich gewusst, daß es so kommen wird?" fragt er.
Ich schüttele den Kopf. "Nein. Nur gehofft."
Er nickt und zieht an der Zigarette, beobachtet den perfekten Rauchring. "Was hättest Du gemacht, wenn sie sich nicht gefunden hätte?"
"Wir haben uns gefunden. Nur das zählt." Ich klopfe noch mal auf das Holz, schaue ihn an. "Findest du nicht daß sie etwas zu laut sind?" Er legt den Kopf zur Seite, scheint nachzudenken. Dann nickt er langsam. "Ich glaube Du hast recht."
Wir ertappen uns beide bei einem breiten Grinsen, setzen eine ernste Miene auf. Es wird Zeit etwas Ruhe zu schaffen. Als wir das Schlafzimmer betreten, sieht Caro Georges Blick. "Uh-oooh!" sagt sie, aber ich beachte es nicht. Ich sehe nur Ninas Lächeln, als sie mir entgegen kommt.
(c) Andras & Luna
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