
Bei Fuß!
Oder: Höchste Lust in Bodennähe
Der Weg in die Gunst einer gestrengen Dame führt vielleicht über Geschenke und Einladungen. Vielleicht über Anbetung und Liebesbriefe. Vielleicht über Minnesang und Dichtkunst. Das hängt stark vom Geschmack der Beteiligten ab. Bei vielen Herrinnen jedoch gibt es um eines kein Herumkommen: Der Weg zu ihrem Herzen führt nur über ihre Füße.
Natürlich gibt es Dominas, die mit Fußverehrung nichts anfangen können, und das ist ja auch eine durchaus ehrenwerte Einstellung. Ich persönlich gehöre allerdings zur anderen Seite. Ein Spiel, an dem meine Füße nicht in irgendeiner Form - unabhängig vom Drumherum - beteiligt sind, ist nur halb lustig und höchstens mittelmäßig erotisch. Und es gibt einen Haufen herrischer Frauenzimmer, die meinen Geschmack teilen. (Ganz abgesehen mal von den unzähligen "Vanillasexfrauen", die trotz Ablehnung von SM auf Fußmassage und Sohlenliebkosung abfahren und schon beim Gedanken daran zu fließen beginnen. Meiner Meinung nach kommt mann mittels virtuoser Fußkunst sowieso am schnellsten in das Bett einer Frau, aber das nur so nebenbei.)
Wenn ich hier ganz allgemein von Füßen spreche, so sind damit zwar stets auch Füße in allen möglichen Verpackungen und Verabreichungsformen gemeint, im Prinzip jedoch zunächst mal Füße pur. Ich weiß schon, dass es Vorlieben gibt: Manche stehen auf völlig ungebraucht wirkende, jugendliche Sohlen (dann sollten sie ihre Angebetete immer auf Händen tragen, damit sich die geliebten Teile nicht abnützen), für andere dürfen es nur total naturbelassene Füße inklusive Hornhaut und Geruch sein, wieder andere stehen nur auf perfekt pedikürte und lackierte Zehen. Einige mögen Füße vor allem dann, wenn sie in entsprechenden Highheels stecken oder von zartem Nylongespinst oder glänzendem Latex umhüllt sind.
Zwischen all diesen Extremen gibt es eine Unmenge an Schattierungen und Vermischungen, sodass als gemeinsamer Nenner eigentlich nur bleibt: Egal, wie die Füße deiner Herrin beschaffen sind, DAS sind die Füße, die du lieben sollst. Denn es sind ihre unmittelbarsten Instrumente, mit denen sie dich beherrscht und belohnt und bestraft, und zwar direkt von Herzen kommend. Ohne Übermittler - Gerte, Paddle, Seil, Klammern etc. -, einfach ganz direkt von Körper zu Körper, von Haut zu Haut, von Emotion zu Emotion.
Obwohl sich die Füße so weit weg vom Herzen der Herrin befinden, liegen sie doch so nah am Epizentrum ihrer Lust. Die ersten leisen Erschütterungen in der Nabelgegend stellen sich schon während der Begrüßung ein, wenn der Sklave kniend seine Ehrerbietung erweist, indem er einen oder mehrere kurze, trockene Küsse auf dem dominanten Rist verteilt, wobei es ihm gestattet werden kann, den herrischen Fuß dabei mit seinen Händen zu umfassen und zu stützen, oder eben nicht, so dass er die Arme auf dem Rücken zu verschränken hat und freihändig werken muss.
Allein der Symbolgehalt dieses Vorgangs würde für eine gehörige Portion Erregung ausreichen. "Du da unten, ich hier oben" ist eine Konstellation, die an sich schon dazu angetan ist, diebisches Vergnügen zu bereiten. Wenn sich nun auch noch die körperliche Sensation der virtuosen Liebkosung dazugesellt, bleibt auch eine dominante weibliche Körpermitte nur schwer unbeeindruckt. Neben diesen beiden überaus positiven Wirkungen - der Herrin psychische und physische Freuden zu vermitteln - haben Füße noch eine weitere begrüßenswerte Fähigkeit, die sie als unverzichtbare Werkzeuge der Herrschaft prädestiniert: Sie können Schmerzen zufügen und das auch noch wohldosiert. Was will das herrische Herz mehr?
Was sich im Verlauf eines Spiels alles ereignen mag, ist natürlich so unterschiedlich wie die Herrinnen dieser Welt. Was ich persönlich sehr gerne mag, ist, über dem bewegungsunfähigen, liegenden Sklaven zu sitzen und sein Gesicht mit meinem unteren Ende zu konfrontieren. Zum Beispiel meine Sohlen bei durchgestrecktem Spann ganz knapp über sein Gesicht zu führen, so dass er die Fältchen fast schon einzeln zählen und auf jeden Fall das zarte Aroma aufnehmen kann. 10 Millimeter quälender Abstand. Dann nach und nach meine Füße abzusenken und sie an seinem Kopf zu massieren: Das Kribbeln seiner Haare auf meinen Sohlen, die Weichheit seiner Wangen an meinen Ballen, die Glätte seiner Stirn in meinem Spann zu spüren - ein Genuss!
Wenn sich der Sklave anständig genug verhält, halte ich gerne meine Zehen auch vor seine Nase, damit der aufsteigende Duft und der köstliche Anblick seine Sinne auf das Höchste anregen möge. All seine Sinnlichkeit braucht er nämlich, wenn ich ihm anschließend gestatte, meine Zehen mit seinen Lippen zu verwöhnen. Ich will seine Hingabe spüren, wenn er jede Zehe einzeln küsst, seine Leidenschaft, wenn er eine nach der anderen in seinen Mund nimmt und daran saugt, seine Ergebenheit, wenn er mit seiner Zunge in die Zwischenräume zwischen meinen Zehen vordringt und überhaupt jeden Zentimeter meiner Haut hingebungsvoll liebkost, ohne jemals zudringlich zu werden oder die Grenzen des Erlaubten zu überschreiten. Das dass eine äußerst schwierige Aufgabe ist, die viel Disziplin und Selbstbeherrschung verlangt - und daher oftmals geübt werden muss ;-)) - versteht sich von selbst...
Hin und wieder muss eine verantwortungsvolle Herrin ihre Sklaven natürlich auch gewissen Belastungsproben unterziehen. Eine der sanftesten ist der Rückenspaziergang: Behutsam zunächst besteige ich den dahingefläzten Sklavenkörper in der Gesäßgegend und überantworte einen immer größeren Anteil meines Gewicht der lebenden Unterlage, bis schließlich jedes meiner Kilos vollständig von meinem Sklaven getragen wird (zugegeben, es sind nicht allzu viele, aber auch für diese muss ein Sklave - mein Sklave - die volle Verantwortung übernehmen können).
Langsam und genüsslich setze ich dann einen Fuß vor den anderen, um auf diese Weise auch seiner Schultergegend näher zu treten, im wahrsten Sinne des Wortes. Dort angelangt kann ich in Ruhe verfolgen, wie er stöhnend seinen Atemrhythmus meinen Gewichtsverlagerungen anpassen muss, eins mit mir werden muss, mich spüren muss, gnadenlos, sonst bleibt ihm die Luft weg. Auch im wahrsten Sinne des Wortes. Letzteres geht natürlich umso wunderbarer, wenn ich den Sklaven wende und auf seiner Brust stehe - wo ich außerdem durch abwechselnd strengen, spöttischen und liebevollen Augenkontakt die Intensität nach Lust und Laune variieren kann. (Vielleicht auch noch ein Bändchen an meinem Zeigefinger, dessen anderes Ende um seinen Schwanz gebunden ist...?! Seufz!)
Eine schwierigere Variante dieser Übung erfolgt übrigens in derben Boots mit starken Profilsohlen. Und dann gibt es natürlich noch die Version für die hartgesottenen Burschen: Spaziergang mit Highheels. ...und wenn sich mein Absatz so richtig schön tief in das Fleisch seiner Pobacken gedrückt hat, trägt er noch Tage danach diese herrlichen Markierungen höchst lustvoller Gehorsamkeit. Voller Stolz natürlich.
Eine Frage, die ebenfalls nur fußfetischistisch veranlagte Herrinnen beantworten können, ist, wie sich ein Penis an der Fußsohle anfühlt. Wie zart, wie angreifbar, wie zerbrechlich. Und welch sadistisch-heiße Gelüste er auslösen kann. Erst wenn du deinen Fuß mal auf ein Gemächt gestellt und den Druck gesteigert hast, bis der zugehörige Mann nicht mehr wusste, ob er winseln oder stöhnen sollte, dann erst weißt du, was es heißt, wenn dir ein Mann wirklich und wahrhaftig zu Füßen liegt.
Schöne Momente stellen sich übrigens auch ein, wenn die Hände des Sklaven an die Matratze gefesselt sind und ich ihm meine Ballen samt Zehen in die Handfläche stelle - von ganz leicht bis ziemlich heftig, kommt natürlich auf meine Gelüste (manchmal auch auf sein Benehmen) an. Oder die Ferse. Oder den Absatz. Letzterer lässt sich ja auch hervorragend blasen. Aber was sich mit Füßen in Schuhen alles anstellen lässt, bietet ja schon wieder Stoff für eine eigene Kolumne. Daher für heute erst mal Schluss gemacht. Und außerdem steht mir jetzt der Sinn nach einer ausgiebigen "Fußpflege"...
Bis bald! CaroLine
Photos: www.putzker.com/smarties
|