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Das BDSM-Gruppentreffen 2005 Mitte April war das dritte seiner Art. Alle zwei Jahre kommen seit der Auftaktveranstaltung in 2001 SM-Initiativen, -Vereine und -Gruppen aus ganz Deutschland und angrenzenden Ländern zusammen und gestalten mit Referaten, Workshops und Diskussionsrunden ein geballtes Wochenend-Tagungsprogramm zu verschiedenen SM-Themen und –Projekten.
Bestens organisiert durch Mitglieder der SMJG (SM-Jugendgruppe) und BVSM (Bundesvereinigung SadoMasochismus) konnten sich über hundert Teilnehmer ihrem Erfahrungsaustausch und der Vorstellung ihrer Projekte widmen.
Die Jugendschutz- und ICD10-Problematik, die Entwicklung der Arbeit von Mayday (http://mayday.bdsm-info.de), der Nutzen von „Vereinsmeiereien“, die Gestaltung von Themenabenden sowie Veranstaltungen von Parties, Grundlagen der Pressearbeit, die Frage, wer die „Szene“ ist und wo sie hin will oder was „nach der Toleranz“ kommt wurden von engagierten Referenten dargestellt und gewannen aus Diskussionen auch neue Impulse für Vorhaben und Projekte.
Zwei solcher Projekte verdienen besondere Aufmerksamkeit, da sie einen ganz allgemeinen Nutzen für die SM-Szene haben.
Es handelt sich zum einen um den „SM-Finder“. Termin- und Kontaktdaten-Aktualisierungen teilnehmender SM-Initiativen sollen webservice-gestützt an andere teilnehmende Terminservice-Seiten „durchgereicht“ werden. Ehrgeiziges und wünschenswertes Ziel ist, durch dieses automatisierte Updating aktuellen Informationsstand auf möglichst allen Webseiten zu erreichen, die einen Terminservice bieten – ohne den bisher notwendigen mehrfachen Mitteilungs- und Pflegeaufwand.
Zu diesem Projekt gibt es noch eine Reihe technischer Lösungen und Sicherheiten zu erarbeiten, aber ein Anfang ist bereits gemacht. Wer sich in das Projekt einbringen möchte oder einfach dessen Fortschritt verfolgen und es ggf. auch nutzen möchte, findet Details unter sm-finder.bvsm.de
Ein anderes Projekt wurde mit viel Akribie bereits zum Kongreß zur (vorläufigen) Vollendung gebracht und zeichnet sich durch einen lustvollen Nutzen für die SM-Community und Interessierte aus. Es handelt sich um die „Kinky-Library“, eine physische Bibliothek gesammelter „erotischer Literatur und mehr“ mit einem wohlorganisierten Web-Katalog. Dieser bildet z.B. Buchtitel auch grafisch ab - neben typischen und umfassenden Kataloginformationen.
Hier macht Stöbern richtig Spaß – und kann nach Anmeldung auch vor Ort in Dortmund vertieft werden. Es wird weiter gesammelt und jede neue Errungenschaft im Katalog aktualisiert. Und wer sich - aus welchen Gründen auch immer – von Werken oder Schriften erotischer Literatur trennen oder diese der SM-Community einfach „sichtbar“ machen möchte, sollte mit dem Initiator der „Kinky Library“ Kontakt aufnehmen ... www.kinky-library.de
Ein weiteres Archiv entsteht übrigens in Berlin und soll ab 2008 an der Humboldt-Universität als „Sondersammlung Sexualwissenschaft“ in einem Neubau frei zugänglich sein. Dieses Projekt nimmt ebenfalls Sammlungen entgegen, deren Katalogisierung jedoch noch zu leisten ist und vermutlich dann durch die Humboldt-Universität erfolgen wird. Näheres hierzu unter www.bvsm.de/bvsm-archiv.html
Aufgelockert wurde der Bundeskongreß nicht nur durch Randgespräche vor, neben und nach dem strammen Programm mit lange nicht getroffenen Menschen. Man konnte sich außerdem an einem Tango-Workshop beteiligen oder einfach zuschauen. Und der Arbeitskreis „Kunst&Kultur“ gab aus seinem ernstzunehmenden Wirken amüsante Ergebnisse in einer begeisternden Lesung zum Besten.
So verbanden sich auch in diesem Jahr Spaß und Arbeit in einer gelungenen Veranstaltung zugunsten der gesteigerten Handlungsfähigkeit von SM-Communities. Mit Anerkennung für die organisatorische Leistung und alle Beitragenden werde ich auch in zwei Jahren wieder gern dabei sein und gespannt die Fortschritte verfolgen.
Wer sich über diesen Kurzbericht hinaus über die Zusammensetzung und Themen des diesjährigen Bundeskongresses rückwirkend informieren möchte, kann dies tun unter www.bdsm-kongress.de/2005/
(c) Ines (aka LyAmazon)
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