LustSchmerz Konkret: Trampling


Aus dem Leben eines Trample-Fetischisten : Ein Gastbeitrag von Burkhard

Wie bei den meisten Fetischisten jeglicher Coleur besteht auch bei mir die starke Fixierung auf meinen Fetisch seit meiner frühen Kindheit. Schon damals, als ich ungefähr 5 oder 6 Jahre alt war, habe ich ständig versucht, die gleichaltrigen Mädchen in der Nachbarschaft dazu zu bringen, Spiele mit mir zu spielen, in denen ich das Gewicht der Mädchen aushalten mußte.

Es war mir auch damals schon relativ egal, auf welche Art und Weise ich ihr Gewicht zu spüren bekam. Indem sie sich mit oder auch ohne Schuhe auf mich gestellt haben, auf mir rumtrampelten, mich als Sitzkissen benutzten oder sich auf mir stapelten. Und auch damals fand ich es schön, wenn Gegenstände in diese Spiele mit einbezogen wurden. So war es für mich schon immer eine wahnsinnig tolle Sache, unter einem Möbelstück wie einem Bett oder einer Couch zu liegen, auf dem das weibliche Geschlecht Platz nimmt oder auch von Mädchen mit einem Fahrrad oder Moped überrollt zu werden. An all diesen Träumen und Wünschen hat sich bis heute nichts geändert. Natürlich bis auf die Tatsache, daß ich mit meinen 28 Jahren meinen Fetisch nur noch mit volljährigen Frauen ausleben möchte!

Im Grunde ist die beste Umschreibung für jemanden wie mich Gewichtsfetischist. Und damit gehöre ich selbst unter den Trampling- Fetischisten zu einer Minderheit. Es gibt eigentlich nicht den Trampling- Fetischisten, wie überall hat auch hier jeder seine eigenen Vorstellungen, Träume und Wünsche. Die meisten Trampler allerdings tendieren zum Fuß- oder auch Schuhfetischismus. Ihnen kommt es in erster Linie auf den direkten Kontakt mit den Füßen oder auch Schuhen der Dame(n) an. Das Gewicht zu spüren gehört bei allen Tramplern mit dazu, spielt aber entweder nur eine sekundäre oder höchstens gleichwertige Rolle.

Damals als Kind war das Leben noch so schön einfach. Zum einem war es einfach, Spielpartnerinnen zu finden, zum anderen habe ich mir genau wie die Spielpartnerinnen absolut keine Gedanken darüber gemacht, warum ich diese „Macke“ habe. Das änderte sich schlagartig, als ich in die Pupertät kam. Plötzlich bemerkte ich, daß ich mich unter dem Gewicht von weiblichen Körpern nicht nur wohl fand, sondern daß es mich auch sexuell erregte.

Für mich brach eine Welt zusammen. Ich mußte feststellen, daß ich nicht nur eine Macke habe, sondern daß ich abgrundtief pervers bin. Zumindest fühlte ich mich so. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß es noch andere Menschen auf diesem Planeten gibt, die genauso empfinden. Also habe ich mir geschworen, nie, aber auch wirklich niemals anderen von meinen Sehnsüchten zu erzählen. Die gesamte Jugendzeit war für mich sexuell gesehen sehr traurig. Bis heute habe ich nur dann den Wunsch, auf „normale“ Art mit einer Frau intim zu werden, wenn ich wirklich etwas für diese Frau empfinde. Solange ich sie „nur“ attraktiv und sympathisch finde, reizt mich dieser Gedanke nicht.

In der Jugendzeit habe ich es aber erst gar nicht soweit kommen lassen. Sobald sich ein Mädel für mich interessierte, habe ich auf Abwehr geschaltet. Denn irgendwann hätte ich ihr ja schließlich von meinen recht ungewöhnlichen Träumen erzählen müssen. Na ja, dadurch ging mehr als einmal das Gerücht um, ich sei homosexuell. Mir war es eigentlich ganz recht, denn mir war bedeutend lieber, als Homosexueller gesehen zu werden als wenn jemand herausgefunden hätte, worauf ich wirklich stehe. Erst seit ungefähr 4 Jahren (ich war 24 Jahre alt) stehe ich zu meinem Fetisch. Es war ein sehr langer Lernprozess.

Ich habe mir sehr oft Gedanken darüber gemacht, warum ich so empfinde. Vielleicht war es ein Schlüsselerlebnis, vielleicht hat meine Mutter mich als Kleinkind häufiger kräftig an sich gedrückt, so daß ich den Druck der Umarmung als angenehm empfand, weil er ja schließlich auch die körperliche Nähe der Mutter bedeutete. Aber warum bin ich masochistisch veranlagt? Ich möchte zwar auch auf sanfte Weise das Gewicht auf mir einfach nur genießen, indem ich beispielsweise als Sitzkissen benutzt werde. Es ist aber auch genauso reizvoll, Schmerzen erleiden zu dürfen, indem sich Frauen z.B. mit High Heels auf mich stellen.

Und warum fand ich Multitrampling schon immer erregender als Trampling mit einer einzelnen Frau? Ich sage natürlich auch nie nein zu Trampleaktionen mit einer einzelnen Frau. Ich weiß ganz genau, daß auch eine Frau mich bis an meine Grenzen führen kann, trotzdem war ich schon als Kind darauf aus, unter dem Gewicht von mehreren Frauen gleichzeitig zu leiden.

Es wird wahrscheinlich niemand nachvollziehen können, warum es für mich erregend ist, unter dem Gewicht von sagen wir mal drei Frauen zu leiden und zu wissen, daß weitere Frauen sich noch dazugesellen werden, obwohl es offensichtlich anstrengend für mich ist, gegen den schon auf mir lastenden Druck anzukämpfen. Aber im Grunde ist die Frage nach dem Warum auch vollkommen egal, wichtig ist nur, daß ich mich heute so akzeptiere, wie ich bin. Denn ich vermute, daß ich so empfinden werde, solange ich lebe. (Wobei es Probleme geben dürfte, wenn ich irgendwann das Alter erreichen werde, in dem die Knochen morsch werden).

Seitdem ich auch andere Bereiche des S/M kennenlernen durfte, habe ich etwas festgestellt, was ich vorher nicht für möglich gehalten habe: Es gibt noch andere Dinge, die mich interessieren und für die ich offen bin. Allerdings haben sich dadurch auch wieder weitere Fragen in meinem Kopf gesammelt. Warum spiele ich gerne Rollenspiele, in denen ich auf verschiedene Weise erniedrigt, gedemütigt und körperlich auf unterschiedlichste Weise schmerzhaft malträtiert werde? Zumal ich mich außerhalb dieser Rollenspiele niemals unterordnen würde, sondern als gleichberechtigter Mensch gesehen werden möchte. Aber ich glaube, diese Fragen haben sich so ziemlich alle, die den „Bottom- Part“ übernehmen möchten, gestellt.

Aber ich muß sagen, ich bin sogar richtig glücklich darüber, die Feststellung gemacht zu haben, auch für andere Dinge offen zu sein. Denn ein Punkt hat mir eigentlich schon lange Sorgen gemacht. Es gibt keine Frauen, die Trampling erregend finden. Frauen finden Trampling allenfalls amüsant und lustig.

Trampling ist kein Vorspiel, es muß (und soll) dabei oder danach nicht zum Geschlechtsverkehr kommen. Im Grunde ist es für mich schon das größte Glück, beispielsweise auf einer Feier als Partygag zu dienen, indem ich als lebende Fußmatte bereit stehe. Auf der Party kommt das vielleicht ganz gut an, aber warum sollte eine oder mehrere Frauen sich dazu bereit erklären, sich etwas intensiver mit mir zu beschäftigen, wenn sie selber nicht allzuviel davon haben?

Bis vor kurzem habe ich immer gedacht, daß es doch nicht allzuschwer sein kann, Spielpartnerinnen zu finden, da es ja nicht zu weiteren Intimitäten kommt. Erst seitdem ich kleinere Rollenspiele und andere S/M Praktiken kennengelernt habe, weiß ich, was damit gemeint ist, wenn mir jemand sagt: „Beim Trampling sehe ich keinen Energiefluß".

(c) Burkhard

 

 
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